Frank Richter (2.v.r.) und sein Team am Waldsee in Langen.
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Frank Richter (2.v.r.) und sein Team am Waldsee in Langen.

Ironman

Rookie Richter und die Waldseehaie

  • Oliver Teutsch
    vonOliver Teutsch
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Schwimmen, Radfahren, Laufen. In der Rhein-Main-Region müssen die Sportler am Sonntag Ausdauer beweisen. Die Stadt Langen schickt beim Ironman ein eigenes Team an den Start.

Vor der Radstrecke hat Frank Richter ein bisschen Bammel. Eine Distanz von 120 oder 130 Kilometern ist er schon häufiger gefahren. „Aber 180 Kilometer sind dann doch was ganz anderes, das bin ich nicht gewohnt“, sagt er. Für den Vizepräsidenten des Frankfurter Amtsgerichts ist es der erste Ironman, den er am Sonntag angehen wird. Dafür hat er in den vergangenen Monaten kräftig trainiert, teilweise 14 Stunden in der Woche. „Ich hole mir außerhalb des Büros, was mir tagsüber an Bewegung fehlt“, sagt der Richter. Dazu gehört auch, die Strecke vom heimischen Egelsbach bis zum Amtsgericht in Frankfurt mit dem Rad zurückzulegen. Doch das ist im Vergleich zur langen Radstrecke am Sonntag halt keine echte Prüfung.

Sicherer fühlt sich Richter auf der Schwimmstrecke, da hat der 49-Jährige quasi ein Heimspiel. Denn er gehört zu der Gruppe der Waldseehaie Langen. Die Stadt Langen schickt jedes Jahr ein eigenes Team auf die Strecke, denn den Hype um den Ironman gibt es nicht nur in Frankfurt, sondern auch in der Ausrichterstadt der Schwimmdisziplin, wie Joachim Kolbe, der Geschäftsführer der Langener Bäderbetriebe versichert. „Wenn Frankfurt zum Ironman ruft, dann wollen wir auch ein bisschen sichtbar sein“, sagt Kolbe.

Schließlich gehen die Bilder vom Massenstart am Langener Waldsee um die Welt. Die Stadt hilft den Organisatoren bei der Logistik am See und ist auch mit ihrem Standortmarketing vor Ort. Ein weiterer Baustein ist eben das eigene Team, das sie seit vielen Jahren ins Rennen schickt. Von den acht Teilnehmern in diesem Jahr kommen vier aus Langen und vier aus Egelsbach. 

Die Triathleten aus den beiden Kommunen kennen sich, weil sie im Winter immer gemeinsam im Langener Hallenbad trainieren, das eine 50-Meter-Bahn hat. „In diesem Bereich funktioniert die interkommunale Zusammenarbeit ganz gut“, sagt Waldseehai Richter. Das Team setzt sich recht heterogen zusammen. Von Ironman-Veteranen wie Simon Müller, der schon zehnmal dabei war, bis hin zu Rookies wie Frank Richter ist alles am Start. Mit Rüdiger Bobsin ist sogar jemand dabei, der mit einer künstlichen Hüfte an den Start geht – und das auch nicht zum ersten Mal. 

Natürlich haben die Haie auch den Vorteil der Lokalmatadoren; sie können jeden Donnerstagabend bei der Sailfish Swimnight im Waldsee trainieren. Vor zwei Wochen gab es schon mal die Gelegenheit, die Originalstrecke von 3,8 Kilometern im See zurückzulegen. „Das gibt einem ein gutes Gefühl“, sagt Richter. Der Jurist kommt eigentlich vom Marathon, an dem in Frankfurt hat er schon mehrmals teilgenommen. Beim Ironman hat er sich den Schwimmstart in Langen bislang nur als interessierter Beobachter angeschaut und irgendwie Spaß daran gefunden.

Die halbe Ironman-Strecke hat er nun schon dreimal absolviert. Jetzt steht also zum ersten Mal die lange Distanz an. „Mein Ziel ist es, irgendwie zu überleben“, sagt Rookie Richter, „und vielleicht noch ein Lächeln im Ziel hinzukriegen.“

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