+
Lässig in die zweite Amtszeit: Frank E.P. Dievernich.

Frankfurt

Frank E.P. Dievernich: „Ich hatte Respekt vor der Wahl“

  • schließen

Frank E.P. Dievernich wurde als Präsident der Frankfurt University of Applied Sciences wiedergewählt.

Der Blumenstrauß tropft noch, weil er direkt aus der Vase in die Hände von Frank E.P. Dievernich an diesem Mittwochnachmittag gedrückt wird. Der 49-jährige Präsident der Frankfurt University of Applied Sciences sagt: „Ich bin sehr glücklich. Ich hatte zwar vorab größtenteils gutes Feedback, aber trotzdem Respekt vor der Wahl.“ Sechs weitere Jahre darf er nun im Amt bleiben.

Mit 22 Stimmen hat er gleich im ersten Wahldurchgang gegen die externe Bewerberin Laura M. Schreiber, Professorin für medizinische Bildgebung an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg gewonnen. Schreiber erhielt zehn Stimmen. 32 von 34 Wahlberechtigten hatten gewählt. Unter ihnen 18 Professoren, zehn Studierende und sechs wissenschaftliche und administrative Mitarbeiter.

Dievernich: Wiederwahl ist Premiere

„Eine Wiederwahl des Präsidenten im ersten Wahldurchgang an der Frankfurt University of Applied Sciences gibt es zum ersten Mal“, sagt Dievernich. Seine erste Amtszeit begann im Oktober 2014 und endet am 30. September 2020. Bis 2026 ist er nun also im Amt. Eins seiner Ziele ist es in Laboren und Seminaren für eine überschaubare Gruppengröße zu sorgen.

„Mit der Landesregierung haben wir eine Verständigung erreicht, dass die Betreuungsrelation an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften verbessert werden muss.“ In diesem Kontext verhandele er auch, dass seine Hochschule zusätzliche Professuren erhalten solle.

Außerdem möchte er einen wissenschaftlichen Mittelbau aufbauen. Dievernich betont, dass er sich auch für umfangreiche Bauvorhaben eingesetzt habe. „Im nächsten Jahr wird die alte Turnhalle abgerissen, dort entsteht ein neues Mehrzweckgebäude. Außerdem wird das Laborgebäude abgerissen und neu gebaut.“ Und auch wenn er in der bisherigen Amtszeit größtenteils positive Resonanzen bekommen hätte, habe seine Entscheidung im April dieses Jahres AfD-Bundesvorsitzende Jörg Meuthen bei einer Podiumsdiskussion an der Hochschule sprechen zu lassen, für Aufregung gesorgt und auch einige Mitarbeiter und Studierende verletzt. Trotzdem stehe er weiterhin hinter seiner Entscheidung: „Wir müssen uns als Hochschule immer für Meinungsvielfalt einsetzen.“

Dievernich: Hochschule extrem präsent geworden

Die Hochschule zählte zu den internationalsten und setzte sich gegen jede Form von Rassismus ein. Stolz ist er, weil die Hochschule in der Stadtgesellschaft in den vergangenen Jahren „extrem präsent geworden“ sei.

In seiner bisherigen Amtszeit stieg die Zahl der Studierenden von 11 500 (2014) auf mehr als 15 700 (2019). Bis zum Jahresende hat er den Vorsitz im Verbund der hessischen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften.

In dieser Funktion will er sich bei den Verhandlungen zum neuen Hessischen Hochschulpakt für die Sicherstellung der künftigen Finanzierung der staatlichen Hochschulen einsetzen. „Ich möchte, dass wir für die Studieneingangsphase mehr Gelder haben, so dass wir Potenziale erkennen und fördern können. Denn zu uns kommen viele Studierende, die nicht aus Akademikerfamilien kommen.“ Ein weiterer Schwerpunkt liege auf Persönlichkeitsbildung und Allgemeinwissen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare