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GRÜNE Spitzenkandidaten für die Kommunalwahl in Frankfurt stellen sich vor: Martina Feldmayer und Bastian Bergerhoff.

Grüne

„Fraktion nicht abgestraft“

  • Georg Leppert
    vonGeorg Leppert
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Das Spitzenduo der Grünen bewertet Ergebnisse des Parteitags positiv.

Keine 24 Stunden nach Ende ihres turbulenten und durchaus denkwürdigen Parteitags sprechen die Frankfurter Grünen von „Normalität“. Die amtierende Römer-Fraktion sei jedenfalls nicht „abgestraft“ worden, sagte Vorstandssprecher Bastian Bergerhoff, der bei der Kommunalwahl auf Listenplatz 2 kandidiert und sich am Montag mit Spitzenkandidatin Martina Feldmayer der Öffentlichkeit vorstellte.

Zwar habe es am Wochenende überraschende Ergebnisse gegeben, sagte Feldmayer. Die Resultate zeigten aber vor allem, dass viele neue Mitglieder engagiert mitarbeiteten.

Tatsächlich waren bei der Listenaufstellung viele prominente Grüne gescheitert – allen voran Fraktionschef Sebastian Popp, der auf Platz vier kandidieren wollte und auf Platz 20 landete. Auch der verkehrspolitische Sprecher Wolfgang Siefert (Platz zwölf) und die Kreisvorsitzende Beatrix Baumann (Platz 17) wollten auf der Liste bei der Wahl am 14. März weiter vorne stehen. Doch die Mitglieder entschieden anders.

Dafür stehen nun viele Namen auf der Wahlliste, die in der Kommunalpolitik bisher kaum bekannt sind. Das Ergebnis zeige, „dass viele unserer Mitglieder in den Römer wollen – das ist gut“, sagte Bergerhoff.

Als Kritik an der Arbeit der Fraktion oder an Inhalten der Grünen sei das Resultat jedenfalls nicht zu werten, sagte Feldmayer. Sie verwies auf die Parteitage zum Wahlprogramm, das die Mitglieder mit großer Mehrheit beschlossen hätten. Allerdings wurde ein wesentlicher Punkt, den der Vorstand eingebracht hatte, gekippt: die Bebauung der Günthersburghöfe.

Mit ihrem eigenen Abschneiden zeigte sich Feldmayer zufrieden. Zwar sind rund 70 Prozent Ja-Stimmen bei einer Wahl ohne Gegenkandidatin im Vergleich zu den Ergebnissen der Spitzenkandidaten von CDU und SPD wenig. Bergerhoff, der selbst auf 80 Prozent kam, verwies aber darauf, dass bei anderen Parteien Delegierte abstimmten. Bei einer Wahl, an der die gesamte Basis teilnehme, fielen die Ergebnisse immer schlechter aus.

Wer nach der Wahl den Fraktionsvorsitz übernehmen soll, blieb offen. Martina Feldmayer ist zugleich stellvertretende Fraktionschefin im Landtag. Diese Konstellation wäre nicht einfach, zumal es zeitliche Überschneidungen geben könnte und die schwarz-grüne Koalition in Wiesbaden nur eine Stimme Mehrheit hat. Doch solche Fragen ließen sich derzeit ohnehin nicht diskutieren, sagte Feldmayer. Auch über die Fraktionsführung müsse demokratisch entschieden werden. Vorherige Festlegungen seien bei den Grünen nicht zulässig.

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