1. Startseite
  2. Frankfurt

„Fraktion“ in Frankfurt will rechte Verlage ausschließen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Georg Leppert

Kommentare

Die „Fraktion“ nimmt die Messe in die Pflicht.
Die „Fraktion“ nimmt die Messe in die Pflicht. © Monika Müller

Die Messe soll den Aktionsplan „Frankfurt gegen Rassismus“ umsetzen.

Rechte Verlage sollen nicht auf der Frankfurter Buchmesse ausstellen dürfen. Das fordert die Fraktion „Die Fraktion“ und nimmt die Messegesellschaft in die Pflicht.

Der Vorstoß dürfte Thema in der nächsten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 3. Februar werden. Die „Fraktion“, ein Zusammenschluss von drei Stadtverordneten der Piraten und der Satirepartei „Die Partei“, hat einen Antrag vorgelegt. Darin fordert sie, dass die Frankfurter Messe, die zu 60 Prozent der Stadt gehört, ihre Hallen nur noch an Veranstalter geben dürfe, die die Einhaltung der im Aktionsplan „Frankfurt gegen Rassismus“ ausgedrückten Werte garantierten. Mit dem Verweis auf den Aktionsplan, den die Stadtverordneten im Jahr 2020 beschlossen hatten, hofft die „Fraktion“, den Ausschluss rechter Verlage zu erreichen.

Rechte Verlage auf Messe. Debatte seit 2017

Die Debatte um die Präsenz derartiger Aussteller gibt es seit 2017 jedes Jahr. Rund um die Stände gibt es regelmäßig Proteste. Die schwarze Autorin Jasmina Kuhnke sagte ihren Auftritt im Jahr 2021 ab. Die Stadtverordnete Mirrianne Mahn (Grüne) ging daraufhin bei der Verleihung des Friedenspreises in der Paulskirche unangemeldet ans Podium und beklagte fehlenden Schutz auf der Messe.

Die Buchmesse verweist regelmäßig auf die Meinungsfreiheit, deswegen würden rechte Verlage nicht ausgeladen. Nico Wehnemann von „Die Fraktion“ hält diese Argumentation für völlig falsch. „Die Buchmesse muss ein Ort für alle Menschen sein, die sich in gegenseitigem Respekt und gegenseitiger Akzeptanz begegnen“, sagte der Stadtverordnete, der 2017 in einer Messehalle von einem Sicherheitsmann zu Boden geworfen worden war.

Die Messe Frankfurt sieht sich derweil nicht in der Pflicht. Für die Auswahl der Verlage sei alleine der Veranstalter zuständig, der Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Die Buchmesse wollte keinen Kommentar abgeben.

Auch interessant

Kommentare