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Vier Jahrzehnte Abschlussball

FR-Redakteure erinnern sich an ihre Schulzeit

Das Ende der Schulzeit wird schnieke zelebriert. Das war früher ganz anders. Unsere FR-Redakteure erinnern sich.

1974: Feiern mit Pink Floyd und Gras

Bei uns ging es erst mal gar nicht um die Abifeier. Sondern zunächst darum, ob es überhaupt einen Abiturjahrgang 1974 an diesem sehr konservativen, altsprachlichen Gymnasium in Wiesbaden geben sollte. Denn seit 1972 hatten wir dort die Schulrevolte.... nun, sagen wir: aktiv gestaltet.

Es gab Unterschriftensammlungen und Demos, Polizeieinsätze an der Schule auch. Wir lernten „Wannenschaukeln“ (wie man mit vereinten Kräften einen Mannschaftswagen der Polizei ins Schwanken bringen kann). Wir lehnten unsere Nazi-Lehrer ab – und organisierten unseren eigenen Unterricht.

Genau da hakte die Schulleitung ein: Da viele am Unterricht gar nicht teilgenommen hätten, hätten sie auch kein Abi verdient. Sondern die Relegation von der Schule. Entsetzen bei etlichen Eltern.
Am Ende gab es dann doch die Möglichkeit, Prüfungen abzulegen. Gefeiert haben wir sowieso ständig. Mit Pink Floyd und Gras.  Claus-Jürgen Göpfert

1980er: Ballverlust

Was, bitte, ist ein Abiball? Kann man den kicken, pritschen oder baggern? Als wir vor fmfmdrmpfmzg Jahren (konkrete Zahl ist der Red. bekannt) Abi in der Wöhlerschule machten, gab’s zur Feier des Tages: das Abitur. Und das war doch viel! Wir hatten ja nix! Da war so ein Abi ein echter Schatz.

Gut, es gab vormittags eine Feier in der Aula, in deren Rahmen die Zeugnisse verteilt wurden. Meine Mama war auch da. Und auf der Bühne wurden lustige Sketche gezeigt.

Im lustigsten Sketch machte Harald B. unseren Sportlehrer nach, Herrn Hawliczek, mit einem vor den Bauch gebundenen Kissen, um die entsprechende Plauze vorzuweisen: „Männerrr missen laufen!“ Die anderen Sketche waren eher so mittel.

Ball gab’s nicht. Besäufnis im Park gab’s nicht. Und auch keinen Abistreich. Wir wussten überhaupt nicht, dass es sowas gibt. Wie gesagt: Wir hatten ja nix. Thomas Stillbauer

1994: Wohin sollen wir sonst?

Jung sind wir im Frühjahr von 1994. 19 Jahre jung. Die Haare tragen wir lang, die Gesichtszüge verwegen, die Kleidung rebellisch, die Schulbücher gar nicht mehr. Die Schule ist mit den Abiprüfungen vorbei, niemals wieder müssen wir hin. Nur noch ein bisschen, aus Gewohnheit, wegen der Kumpel. Und wohin sollen wir sonst? Das ernste Leben beginnt erst in weiter Ferne, beim Dienst in Zivil im Altersheim. Davor noch eine letzte Pflicht erledigen: den Abiball. Den, äh, was?

Räusper, kurzum: Wenn nicht kürzlich Fotos aufgetaucht wären, auf denen ich eindeutig zu identifizieren bin; mit einigermaßen ordentlichem Hemd und sauber gebundenem Zopf in der Aula des Friedrich-Dessauer-Gymnasiums in Höchst. Mit einem Mitschüler tanzend. Ich hätte geschworen, einen Abiball hat es nie gegeben. George Grodensky

2006: Wegträumen aus der Provinz

Ok, damals dachten wir, wir sind echt cool. Weil wir den biederen Rahmen sprengten, im biederen Gemeindesaal im biederen Fulda-Künzell:

Alle in mehr oder weniger unterschiedlichen Kleidern und Anzügen gewandet – man glaubt es kaum, aber der Einzelhandel in Fulda war vor zwölf Jahren jetzt nicht sooo der Bringer; es kam vor, dass mehrere Mädels im gleichen Stangenfummel aufkreuzten (ich war nicht betroffen, danke Internet!) –, tanzten wir auf unserem Abiball zunächst schön brav einen Walzer.

Doch dann tönte plötzlich der „Rockafella Skank“ von Fatboy Slim aus den Lautsprechern, und wir formierten uns zu einem Flashmob (damals hieß das noch nicht so) und legten ganz nach Vorbild amerikanischer Highschool-Filme wie „Eine wie keine“ einen „witzigen“ Gruppentanz auf das Provinzparkett. Zugegeben, ein armseliger Versuch, aber für ein paar Minuten fühlten wir uns ganz schön „fly“. Elena Müller

2013: Sieg nach Punkten

Eigentlich hatte ich an dem Tag unseres Abiballs überhaupt keine Lust auf Feiern. Als ich dann im Gesellschaftshaus Palmengarten meine Freunde gesehen habe, freute ich mich doch. Endlich fertig mit der Schule! Unser Abimotto war: „Muhammad Abi – nach zwölf Runden Sieg nach Punkten“. Ja, die Schule war hin und wieder ein echter Kampf.

Unser Abschlussball 2013 im Palmengarten hatte ein tolles Ambiente. Nur war es an dem Tag so warm, dass die meisten sich statt im prunkvollen Hauptsaal lieber draußen auf der Terrasse aufhielten. Außerdem soll die extravagante Location den folgenden Jahrgang finanziell belastet haben, hieß es später. Das ist natürlich doof gelaufen. Die eltern- und lehrerfreie Party im Anschluss in der Stereobar in Sachsenhausen war da mehr nach meinem Geschmack. Wir haben Tischkicker gespielt, getanzt, und es gab Äppler und Schnaps. Es wurde dann noch ein echt cooler Abend. Nele Eisbrenner

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