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Monika Peukert, Norbert Reh und der "Dicke".

Baumrettung Lohrberg

FR-Leser retten den "Dicken"

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Die Sommer-Spendenaktion bringt genug Geld für die Sanierung des umfangreichsten Frankfurter Speierlings. Die edlen Sponsoren erwartet ein Dankeschön.

Großer Erfolg für die Freunde des „Dicken“: Die Sammelaktion zur Rettung des umfangreichsten Frankfurter Speierlingsbaums hat bis Mitte August annähernd 1500 Euro eingebracht. Damit steht der Sanierung des mächtigen Baums am Lohrberghang in Seckbach nicht mehr viel im Weg. „Ist das nicht toll?“, freut sich die Biologin und Landschaftsökologin Monika Peukert, die die Aktion angestoßen hatte. „Das bedeutet, wir können die Baumsanierung beauftragen und haben noch einen kleinen Puffer.“

Im Juli hatte die Frankfurter Rundschau ihre Leser auf den Fall aufmerksam gemacht: Der Speierling, 150, vielleicht sogar an die 200 Jahre alt, jedenfalls mit einem stadtweit wohl unerreichten Durchmesser von 114 Zentimetern gesegnet, ist krank. Gurte halten ihn zusammen, Früchte hat er in diesem Jahr kaum getragen. Die alte Dame, auf deren Gartengrundstück der Baum steht, kann die Sanierung nicht bezahlen und fürchtet zudem, das alte Gehölz könnte ihre Hütte zermalmen.

Frankfurter mit Herz

Also musste Hilfe her, Spenden für die Entlohnung der Fachleute, die mit Spezialgerät einschreiten sollen. Die Bürgervereinigung Seckbach versprach richtungweisende 150 Euro, und viele folgten, gaben Beträge zwischen zehn und 200 Euro, die meisten entschieden sich für einen Fünfziger. Was für ein schönes Stück Gemeinsinn. Und wieder mal der Beweis: Die Frankfurter, und FR-Leser sowieso, die haben Herz.

1200 bis 1500 Euro hatte Monika Peukert für die Arbeiten veranschlagt. Sollte etwas übrig bleiben, wird es in weitere nötige Baumpflegeaktionen investiert. „Im Namen des Baumes danke ich allen Spendern“, sagt die Vorkämpferin für die uralte Gehölzsorte Speierling. Leider wird der Wildobstbaum nicht mehr so wertgeschätzt wie einst, als er die Landstriche säumte, um mit seiner Frucht etwa den Apfelwein zu würzen. Heute hat Hessen nur noch ein paar Hundert alte Speierlingsbäume übrig. Naturschützer pflanzen junge nach, aber ein Prachtexemplar wie der Dicke ragt natürlich heraus.

Als Gegenleistung für einen Beitrag zur Rettung hatte Peukert den Spendern schon im Juli eine Einladung zum Baumbesuch versprochen, gemeinsam mit Norbert Reh, der in der Nähe seinen Garten hat. Auch den Baumpflegetermin will sie den Finanziers bekanntgeben – für jene, die solch eine ungewöhnliche Aktion einmal miterleben möchten. Außerdem winkt den Sponsoren noch ein kleines Dankeschön; etwas Passendes will sich Peukert überlegen. Man sieht, es lohnt sich, der Natur zu helfen – und denen, die sich für sie einsetzen. Wie man hört, soll auch Familie Specht begeistert sein, die den Baumstamm bewohnt.

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