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Der Dreidel am Platz der vergessenen Kinder in Sachsenhausen.

Bilderrätsel

Der Platz der vergessenen Kinder

  • Kathrin Rosendorff
    VonKathrin Rosendorff
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Die Lösung war für viele FR-Leserinnen und FR-Leser ganz klar. Sie erkannten das Denkmal am Platz der vergessenen Kinder in Sachsenhausen.

Tatataaa, 121 Zuschriften gab es bei unserem aktuellen Bilderrätsel – und alle waren richtig! Respekt, liebe FR-Leserinnen und -Leser. Ausgelost wurde als Gewinner Manfred Schmidt aus Frankfurt. Herzlichen Glückwunsch! Vor lauter Gratulation hätten wir jetzt fast vergessen zu sagen, was die Auflösung war: Zu sehen war das Denkmal auf dem Platz der vergessenen Kinder in Sachsenhausen, angelehnt an das Kinderspielzeug Dreidel. Ein Dreidel ist ein Kreisel mit vier Seiten: Ein traditionsreiches jüdisches Kinderspielzeug, das vor allem während des Chanukkafestes von Kindern gedreht wird.

Gegenüber stand das jüdische Kinderhaus.

Denn gegenüber, an der Ecke Hans-Thoma-Straße 24/Gartenstraße, stand vor dem Zweiten Weltkrieg eine Villa, in der ein jüdisches Kinderhaus untergebracht war. Das Kinderhaus war vom Israelitischen Frauenverein 1919 in Sachsenhausen gegründet worden. Am 15. September 1942 wurden knapp 50 Kinder und ihre Betreuerinnen deportiert. Zunächst wurden sie von den Nazis in die Großmarkthalle getrieben, von dort ins Ghetto Theresienstadt verschleppt. Nur sechs überlebten.

Unter den Opfern der Nazis war auch Hilde Betty Thalheimer. Als jüngstes Kind von vieren lebte Hilde mit ihren Eltern in Darmstadt. Als die Familie im November 1939 nach San Francisco emigrieren wollte, wurde Hilde die Einreise wegen einer Sprachbehinderung verweigert. Sie blieb allein in Deutschland zurück und kam zuerst im Israelischen Waisenhaus Röderbergweg unter. Nach der Schließung des Heims wurde sie ins Kinderhaus der „Weiblichen Fürsorge“ in Sachsenhausen verlegt. Dort ereilte sie am im September 1942 das Schicksal der Deportierung nach Theresienstadt.

Am 18. Mai 1944 wurde sie nach Auschwitz verlegt und dort ermordet.

70 Jahre nach der Räumung des Kinderhauses wurde dem Ortsbeirat 5 eine Petition zur Errichtung einer Gedenkstätte überreicht. Am 26. April 2017 wurde dann das Mahnmal am „Platz der vergessenen Kinder“ feierlich eingeweiht. Das Denkmal gestaltet hatte die Künstlerin Filippa Petterson.

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