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FR-Altenhilfe

320 Euro für 92 Mahlzeiten

  • Clemens Dörrenberg
    vonClemens Dörrenberg
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Christian B. hat eine bewegte Geschichte hinter sich und ist auch im Alter bemüht, fit zu bleiben. Dank der FR-Altenhilfe kann er im Dezember kleine finanzielle Löcher stopfen.

Im Alter spielen Zahlen für Christian B. eine große Rolle. „Ich bin ein Zahlenfetischist geworden“, sagt der 78-Jährige. Für ihn sei das wichtig, so könne er einen klaren Kopf behalten.

B. lebt von Grundsicherung. „320 Euro netto“, berichtet er, „das sind 92 Mahlzeiten im Monat“. Er schreibt alles, was er einkauft, penibel auf, um den Überblick zu behalten. Daneben lernt er die Geburtsdaten von Prominenten auswendig, verschlingt Lexika und merkt sich Fremdwörter, „damit ich nicht verblöde“, wie er es formuliert. Körperlich will er ebenso wenig abbauen und geht jeden Tag eine Runde laufen, macht Gymnastik.

„Wenn der Dezember kommt, bin ich fröhlich“, sagt Christian B. Durch die FR-Altenhilfe erhalte er dann ein wenig finanziellen Spielraum, um „kleine Löcher zu stopfen“.

Denn mit der Grundsicherung hat er neben Lebensmitteleinkäufen weitere laufende Kosten zu decken. Für seine Handynutzung etwa zahle er vierteljährlich 15 Euro, das Sparkonto koste ebenfalls Gebühren. Auch für Winterkleidung und Unterwäsche kann er die Spenden der Altenhilfe gut gebrauchen. Außerdem wolle er sich Kekse und Schokolade für den Weihnachtsteller gönnen.

Dass B. im Alter auf jeden Euro achten muss, hat folgenden Grund: 47 Jahre habe er als Türsteher einer Bar gearbeitet, berichtet er. Für seine Rente habe er in dieser Zeit wenig eingezahlt. Einerseits bezeichnet er das als „selbstverschuldet“. Andererseits hat der 78-Jährige auch eine bewegte Geschichte hinter sich.

Mit 17 floh B. alleine und wegen mangelnder beruflicher Perspektiven aus der DDR nach Westdeutschland. Von seiner Mutter habe er sich nur schwer trennen können, der Stiefvater sei im Krieg gefallen. Zunächst kam B. nach München, wo er in einem Supermarkt jobbte. Danach ging er nach Hamburg und arbeitete in einem Fischhandel. Schließlich verschlug es ihn nach Frankfurt, wo er blieb.

Der Kontakt zur Familie und seinen vier Halbgeschwistern riss schnell ab. Mit ihrem Halbbruder wollten die Geschwister nichts mehr zu tun haben, erzählt B. Er lebt alleine.

Trotz Krankheiten, die sich mit dem Alter einstellten, bleibt Christian B. optimistisch. Die tägliche Bewegung helfe ihm dabei. Nikotin und Alkohol, so sagt er, habe er ohnehin noch nie angefasst. Auch der Gang in seine Wohnung, im vierten Stockwerk, „ohne Lift“, halte ihn auf Trab.

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