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Der zwölfte Mann hat es bisweilen schwer, ins Stadion zu gelangen.

Europacup

Eintracht-Fans in Not

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Die Pleite der zyprischen Fluggesellschaft Cobalt Air führt zu Problemen im Europapokal. Mehr als 100 Eintracht-Fans müssen umbuchen.

Sie stehen unter keinem guten Stern, die Reisen der Eintracht-Fans zu den Auswärtsspielen ihrer Mannschaft im Europacup. Bei der ersten Partie im September in Marseille durften die Anhänger nicht ins Stadion. Wegen einer Strafe gegen Olympique Marseille wurde die Partie ohne Zuschauer ausgetragen. Und auch beim Auswärtsspiel gegen Limassol auf Zypern am Donnerstag, 8. November, gibt es Probleme. Wie am Donnerstag bekannt wurde, ist die zyprische Airline Cobalt Air finanziell derart angeschlagen, dass sie den Flugbetrieb einstellen musste.

Alleine beim Fanclubverband der Eintracht meldeten sich bis Donnerstagmittag mehr als 100 Anhänger, die Flüge mit Cobalt Air gebucht hatten und nun nach anderen Wegen suchen müssen, um nach Zypern zu gelangen. Tatsächlich dürften es noch deutlich mehr Betroffene sein. Verlockend war vor allem ein Direktflug von und nach Frankfurt: mittwochs hin, freitags zurück. Doch viele Fans hatten auch Tickets für andere Verbindungen der Gesellschaft gekauft – etwa über London. Dabei wären die Eintracht-Anhänger zwar zunächst in die falsche Richtung geflogen, doch der günstige Preis hätte für diese Unannehmlichkeit entschädigt. Teils zahlten die Fans nur 60 Euro pro Flug.

Auf diesen Kosten werden sie jetzt wohl sitzenbleiben. Die Chance, die Fluggesellschaft erfolgreich in Regress zu nehmen, sind gering. Viel mehr treibt die Anhänger aber die Sorge um, nicht zum Spiel zu gelangen. In den sozialen Netzwerken wurde am Donnerstag deshalb fleißig über alternative Flugverbindungen diskutiert. Über Istanbul, über Athen – tatsächlich gibt es auch Eintrachtler, die einen Zwischenstopp im Libanon machen und dort Fußballspiele besuchen.

Auch Ina Kobuschinski, Vorsitzende des Fanclubverbands der Eintracht, war am Donnerstag wegen der Pleite der Fluggesellschaft mächtig im Stress. Zunächst einmal musste sie gegen Gerüchte ankämpfen und stellte klar: Die Charterflüge, die der Fanclubverband und die Fan- und Förderabteilung der Eintracht anbieten, sind von der Entwicklung nicht betroffen. Die fünf Maschinen sollen wie geplant abheben. Das aber hilft den Fans, die bei Cobalt Air gebucht hatten, nicht weiter. Denn die Chartermaschinen sind ausgebucht. Gemeinsam mit der Fan- und Förderabteilung und der Eintracht versucht Ina Kobuschinski nun einen weiteren Flug zu organisieren, den die betroffenen Fans buchen können. Dabei würde es sich um einen sogenannten Tagesflieger handeln: morgens hin, in der Nacht nach dem Spiel zurück.

Die Spieler der Eintracht können beim Spiel auf Zypern auf jeden Fall mit jeder Menge Unterstützung rechnen. 4700 Tickets gingen an die Frankfurter Fans. Und ein schlechtes Omen müssen Schwierigkeiten für Eintracht-Anhänger ja nicht sein. Das Spiel in Marseille gewannen die Adlerträger 2:1.

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