Die Christdemokraten wollen, dass das Porzellanmuseum eigenständig bleibt.
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Die Christdemokraten wollen, dass das Porzellanmuseum eigenständig bleibt. 

Kultur

CDU fordert Klarheit für Porzellanmuseum

  • vonMichael Forst
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Politiker sehen Eigenständigkeit der Ausstellungsräume in Gefahr. Zusammenlegung mit Bürgermuseum geplant.

Als große Chance bezeichnen viele politische Akteure, nicht zuletzt Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), die geplante Zusammenlegung von Bürger- und Porzellanmuseum nach der abgeschlossenen Sanierung des Bolongaropalasts.

Die CDU jedoch sieht das etwas anders. Sie beklagt fehlende Einbeziehung der lokalen Ansprechpartner – und hat noch viele Fragen zum Projekt. Die bringt sie nun, in einem Antrag gebündelt, auf den Tisch der nächsten Sitzung des für den Frankfurter Westen zuständigen Ortsbeirats 6.

Der Magistrat, so das Hauptanliegen der Antragsteller – Ortsvorsteherin Susanne Serke und ihr CDU-Parteikollege Hans-Christoph Weibler –, soll ein Konzept vorlegen, „in dem die Eigenständigkeit und Einzigartigkeit der Sammlung des Porzellanmuseums räumlich und im werblichen Auftritt sowie in der Kuratierung der Sammlung sichergestellt sind“. Als Grundbedingung nennen die beiden einen „ungestörten Rundgang“ durch das Porzellanmuseum, der nicht durch anderweitig genutzte Räume unterbrochen wird.

„Mehr als nur Tischkultur“

Hinter Fragen wie der nach Zahl und Größe der für das Porzellanmuseum genutzten Räume ist eine Sorge der CDU-Politiker erkennbar: Die gesamte Sammlung des Museums könnte nicht genügend Platz in ihrer neuen Heimat finden. Und möglicherweise auch nicht genügend Besucher. Denn ein Gutachten, das die Räume statisch „als nicht uneingeschränkt geeignet“ benennt, hat die CDU hellhörig werden und schon weiterdenken lassen: „Falls die Räume im Bolongaropalast ungeeignet für das Porzellanmuseum sind: Gibt es einen alternativen Standort?“, wollen Serke und Weibler von der Stadt wissen.

Und schließlich, falls der Umzug der Sammlung in den Bolongaropalast beschlossen wird, drängen sie auf die Klärung der ungewissen Zukunft des Kronberger Hauses.

Das Porzellanmuseum, schreiben sie in ihrem Antrag, sei „mehr als nur eine Ausstellung von Tischkultur“. Vielmehr zeige es „Höchster Kunsthandwerk über die Jahrhunderte mit den unterschiedlichsten sozialpolitischen, historischen und mentalitätsgeschichtlichen Facetten und sollte daher in seiner Wahrnehmbarkeit als eigenständiges Museum erhalten bleiben“.

Unterdessen untermauerte Susanne Serke ihre Kritik an der fehlenden Transparenz der Pläne für die Museumsfusion. Der Ortsbeirat und viele Bürger hätten sich vor vollendete Tatsachen gestellt gefühlt, tadelt Serke – und legt nach: „Es muss Schluss sein mit dieser Hinterstubenpolitik, bei der in geschlossenen Räumen Entscheidungen getroffen werden, die dann als Tatsachen präsentiert werden.“

Andere Fraktionen im Ortsbeirat 6 sehen indes eine mögliche Zusammenlegung des Porzellanmuseums mit dem Bürgermuseum wesentlich entspannter und hoffnungsvoller. Soweit er wisse, sagte etwa Grünen-Fraktionsvorsitzender Thomas Schlimme gestern auf Anfrage, „seien alle Beteiligten mit dieser Lösung einverstanden – und das ist für mich entscheidend.“ Das Porzellanmuseum könne durch den Umzug nur profitieren, weil es in diesem Kontext mehr Beachtung und Besucher bekommen werde.

Ähnlich drückte es die SPD-Fraktionsvorsitzende Doris Michel-Himstedt aus: Im Kronberger Haus werde das Museum ehrenamtlich betreut. Deshalb könne das Museum dort nur begrenzt geöffnet sein „und auch keine moderne Museumspädagogik in die Präsentation bringen“, sagte sie. Und fasste zusammen: „Für alle Beteiligten ist der Umzug eine große Chance.“

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