+
Statt den Zug zu nehmen, sind auch Magistratsmitglieder einige Mal Kurzstrecke geflogen.  

Kurzstreckenflüge

Mit dem Flugzeug statt der Bahn von Frankfurt nach München

  • schließen

Beschäftigte der Stadt Frankfurt sind innerhalb von drei Jahren 416-mal Kurzstrecke geflogen. Nicht nur das Umweltdezernat fordert ein Umdenken.

Beschäftigte der städtischen Dezernate und der diesen zugeordneten Ämtern und Betrieben sind in den Jahren 2016 bis 2018 genau 416-mal Distanzen von bis zu 600 Kilometern geflogen. Statt mit dem Zug zu fahren, nahmen sie etwa für Dienstreisen nach Berlin, Bremen, Leipzig/Halle, Hamburg, München, Zürich, Innsbruck und Luxemburg das Flugzeug. Das geht aus einem Bericht hervor, den der Frankfurter Magistrat jetzt auf Anfrage der AfD-Fraktion im Römer vorgelegt hat.

Besonders viele Kurzstreckenflüge rechnet der Magistrat dabei dem Dezernat von Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) mit 104 Hin- oder Rückflügen und dem Dezernat von Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) mit 68 Hin- oder Rückflügen zu. Es folgen das von Daniela Birkenfeld (CDU) geführte Sozialdezernat mit 54 und das von Markus Frank (CDU) geführte Dezernat für Wirtschaft, Sport und Sicherheit mit 44 Flügen.

Am wenigsten flogen die Beschäftigten des von Rosemarie Heilig (Grüne) verantworteten Umweltdezernats. Für dieses sind in dem Bericht lediglich vier Flüge angegeben.

Das Kulturdezernat weist auf Anfrage der Frankfurter Rundschau darauf hin, dass die vergleichsweise hohe Zahl an Kurzstreckenflügen im Wesentlichen auf Dienstreisen der dem Dezernat zugeordneten 16 städtischen Museen und des Zoos zurückgehe. So seien etwa Direktorinnen und Direktoren, Kuratorinnen und Kuratorinnen und andere Beschäftigte der Museen geflogen, um Ausstellungen vorzubereiten oder um an Jurysitzungen, internationalen Konferenzen, Kongressen und Podiumsdiskussionen teilzunehmen.

Ziel: Kurzstreckenflüge vermeiden

Die Kulturdezernentin selbst sei im Berichtszeitraum von 2016 bis 2018 dagegen lediglich zwei Mal Kurzstrecke gepflogen, jeweils zu Tagungen nach Berlin und zurück, sagt Ina Hartwigs Sprecherin Jana Kremin. Flüge jenseits der Kurzstreckendistanz hätten Hartwig nach Kopenhagen, wo sie mit dem Kulturausschuss hinflog, und nach London geführt, wo sie sich mehrere Bühnen angeschaut und mit Experten gesprochen habe.

Das Kulturdezernat würde Kurzstreckenflüge künftig gerne vermeiden, betont Kremin auf Anfrage der FR. „Wir werden darauf hinwirken, dass diese Dienstreisen mit anderen Verkehrsmitteln erledigt werden“, teilt die Sprecherin mit.

Auch das städtische Umweltdezernat wirbt für ein Umdenken. „Wir würden es unterstützen, wenn die Stadtverwaltung vollständig auf Kurzstreckenflüge verzichten würde“, sagt Heiligs Referentin Janina Steinkrüger im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau. Gerade Strecken bis 600 oder 700 Kilometern seien schließlich gut per Bahn oder auch mit einem Auto zu bewältigen.

Schon jetzt seien generell alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dazu angehalten, Dienstreisen sowohl kosten- als auch umweltschonend zu gestalten, heißt es aus dem Hauptamt. Die Zahl der Kurzstreckenflüge werde dieses Jahr reduziert, sagt dessen stellvertretende Leiterin, Sabine Steitz.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare