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Es knäult sich am Frankfurter Flughafen zum Beginn der Osterferien - aber das befürchtete Chaos bleibt aus.

Ferienbeginn

Engpässe beim Einchecken

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Am letzten Schultag in Hessen heben 225 000 Menschen von Rhein-Main ab - deutlich mehr als im Durchschnitt.

Mit teils langen Warteschlangen am Frankfurter Flughafen haben am Freitag die Osterferien in Hessen begonnen. Laut Bundespolizei hoben am letzten Schultag 225 000 Menschen von Rhein-Main ab und damit deutlich mehr als im Durchschnitt. Auch für Samstag (211 000) und für Sonntag (220 000), sagte die Bundespolizei noch einmal viel Verkehr auf Rhein-Main voraus. Das mancherorts befürchtete Chaos bei der Abfertigung blieb aber aus.

In den Ferien war es zuletzt zu tumultartigen Szenen am Flughafen gekommen. An Weihnachten hatten an nur einem Tag 3000 Lufthansa-Passagiere ihren Flieger verpasst, weil sie nach Ansicht der Airline bis zu 90 Minuten in der Sicherheitskontrolle festhingen.

Die Bundespolizei als verantwortliche Behörde für die Kontrollen hatte personelle Engpässe bei den Sicherheitsfirmen als Hauptgrund angeführt. Reza Ahmari, Sprecher der Bundespolizei, wies in diesem Zusammenhang aber darauf hin, dass die lange Wartezeit für die Passagiere nicht nur auf die Sicherheitskontrolle zurückzuführen sei. „Wir haben wahrgenommen, dass es auch beim Einchecken zu Engpässen kommt“, so Ahmari.

In der Tat besteht das Nadelöhr am Flughafen im Bereich Terminal 1, Abschnitte A und B, dort wo die Lufthansa ihre Passagiere abfertigt. Deutschlands größte Fluggesellschaft befördert mit Abstand am meisten Passagiere auf Rhein-Main. Für Freitag bis Montag rechnet die Airline in Frankfurt mit täglich 70 000 Passagieren. Personell hat sich die Lufthansa diesmal besser auf die Reisewelle vorbereitet. Die Zahl der eingesetzten Mitarbeiter an den Schaltern und Gates sei verstärkt worden, teilte das Unternehmen auf FR-Anfrage mit. In der Tat waren am Freitagnachmittag in der Halle 1B für die Economy-Klasse 20 Schalter besetzt, zu Wartezeiten von rund 20 Minuten kam es trotzdem. Deutlich länger warten mussten allerdings Passagiere, die mit Qatar Air verreisen wollten. Bei der Abfertigung in Halle 1C gab es sehr lange Schlangen.

Bei der Sicherheitskontrolle selbst hingegen ging es am Freitagnachmittag vergleichsweise entspannt zu. Laut Bundespolizei hatten die drei Sicherheitsdienstleister ihren 3300 Mitarbeitern im Vorfeld Sonderzulagen und weitere Anreize versprochen, damit sie in der Osterzeit arbeiten. Zudem habe es in den vergangenen Monaten große Anstrengungen gegeben, neues Personal zu rekrutieren.

Zusätzliche Entlastung erhoffen sich Fraport und die Bundespolizei von einem weiteren Kontrollgebäude, das derzeit im Bereich 1A entsteht und am 17. Juli in Dienst gehen soll. In dem Gebäude, das in einem Bereich der Kurzzeitparkplätze entstand, soll es sieben der neuen Kontrollspuren geben, wie sie auch schon im Bereich 1A, Ebene 3 eingerichtet sind. Dort gibt es die Möglichkeit, andere Passagiere beim Ablegen der persönlichen Gegenstände zu überholen, und es existieren zwei Bildschirmarbeitsplätze statt einem für die Kontrolle der Gepäckinhalte.

Die neuen Kontrollspuren benötigen zwar doppelt so viel Platz wie die herkömmlichen, aber wo auf vier alten Spuren insgesamt 320 Passagiere pro Stunde abgefertigt werden konnten, schaffen zwei neue Spuren laut Bundespolizei 500 Passagiere pro Stunde.

Fraport und die Bundespolizei empfehlen den Reisenden aber trotz der vergleichsweise entspannten Verhältnisse am Freitag einen ausreichenden Zeitpuffer bei der Anreise. Denn die Staus bei der Abfertigung können, je nach Tageszeit des Abflugs, auch an Tagen mit weniger hohem Passagieraufkommen auftreten. Wer zudem mit der S-Bahn anreist, braucht noch mehr Geduld. Am Freitagnachmittag warteten die Passagiere wegen Personen im Gleis eine halbe Stunde länger.

Autoverkehr

Auf den Autobahnen rechnet Hessen Mobil am Samstag mit einem höheren Verkehrsaufkommen. Ein Grund dafür ist, dass die Nachbarländer Bayern, Thüringen und Nordrhein-Westfalen ebenfalls am Samstag den ersten Ferientag haben.

An Ostern warnen die Verkehrsexperten vor allem vor dem Gründonnerstag als Reisetag mit dem Auto. Auch Karfreitag, Ostermontag und zum Ferienende am 27. April müssten sich Autofahrer auf volle Autobahnen einstellen. An diesen Tage werde auf Tagesbaustellen verzichtet.

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