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Passagierflugzeuge der Lufthansa stehen an ihren Gates am Terminal 1 des Flughafens.

Flugverkehr

Frankfurter Flughafen - ein zentraler Verkehrsknotenpunkt

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Die Frankfurter Flughafenbetreiberin Fraport setzt seit Jahrzehnten auf Expansion. Und hat sich bis jetzt gegen sämtliche Widerstände durchgesetzt.

Reisende werden mit kleineren Flugzeugen eingesammelt, steigen am Frankfurter Flughafen um, von wo aus sie zu ihrem eigentlichen Ziel gelangen: Hub (Nabe) nennt sich diese Form des internationalen Verkehrsflughafens. Der Flughafen als Drehkreuz zu einer Vielzahl verschiedenen Destinationen.

Frankfurt ist einer von vier europäischen Hubs - neben London Heathrow, Paris Charles de Gaulle sowie Amsterdam Schiphol. Er ist zentraler Verkehrsknotenpunkt beziehungsweise Umsteigeflughafen für Lufthansa und die von ihr gegründeten Luftfahrtallianz Star Alliance. Der Konkurrenzdruck ist groß.

Die Frankfurter Flughafenbetreiberin Fraport setzt seit Jahrzehnten auf Expansion. Und hat sich bis jetzt gegen sämtliche Widerstände wegen der Folgen für Umwelt und Lebensqualität durchgesetzt. Ohne die Hub-Funktion sei die der Wirtschaftswachstum der Region in Gefahr, lautet das Argument. Auch für die aktuelle Ausbaustufe, die mit dem Planfeststellungsbeschluss im Jahr 2007 begann.

Die Landebahn Nordwest, für die 300 Hektar Wald fielen, wurde 2011 in Betrieb genommen. Auf die vierte Piste folgt das dritte Terminal, das im Süden des Airportgeländes entsteht. Die Pläne sehen flexible Erweiterungsmöglichkeiten vor. Bis 2023 soll die erste Ausbaustufe mit drei Flugsteigen für bis zu 21 Millionen Passagieren pro Jahr fertig sein. Fraport hat sich nicht nur für Low-Cost-Airlines geöffnet, sondern sie mit Neukundenrabatten angelockt. Hauptsächlich für sie hat der Konzern den Bau von Flugsteigs G in Terminal 3 vorgezogen. In zwei Jahren sollen dort bis zu fünf Millionen Reisende im Jahr abgefertigt werden, nach einer Erweiterung sieben Millionen.

Mit der neuen Strategie hatte Fraport Zweifel gesät, ob Flugsteig G der Hub-Funktion dient, mit der sie den Bau von Terminal 3 begründet hatte. Hier gehe es nicht um das Umsteigen von einer auf die andere Maschine, befand ein Gutachter. Ein vom hessischen Verkehrsministerium beauftragtes Rechtsgutachten kam zum Schluss: Auch Low-Cost-Verkehre stärkten die Drehkreuzfunktion. Die Reisenden kämen per „Self-Hubbing“ - selbst organisiert.

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55 Prozent der 69,5 Millionen Fluggäste im vergangenen Jahr waren Umsteiger, so ein Fraportsprecher. „Unser Focus wird auch weiterhin auf FRA als Deutschlands wichtigstem Luftverkehrsdrehkreuz mit weltweit hervorragender Konnektivität und Anbindung liegen.“

Grenzen setzen vor allem Engpässe im Luftraum. Auch dafür gibt es Lösungen: Eine Studie des Rhein-Main-Instituts und der TU Chemnitz kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Zahl der Flüge in Europa bei unveränderter Transportleistung bis zu zwei Drittel reduzieren ließe. Man müsse sie zusammenfassen, größere Maschinen nutzen. Die Verlagerung von Kurzstrecken von bis zu 500 Kilometern auf die Schiene würde auch zur Entlastung beitragen. Eine Auswertung der Frankfurter Flughafenausbaugegner ergab, dass knapp eine Viertel der Lufthansa-Flüge wegfallen würden. 

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