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Je mehr Maschinen am Boden bleiben, desto sauberer ist die Luft am Frankfurter Flughafen.

Flughafen Frankfurt

Weniger Luftverschmutzung

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
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Die Ultrafeinstaub-Konzentrationen rund um den Flughafen gesunken. Der Grund ist die Corona-Pandemie.

Flugverkehr verschmutzt die Luft massiv mit Ultrafeinstaub. Je weniger Flugverkehr, desto sauberer ist die Luft. Dies zeigt ein am Dienstag veröffentlichter Bericht des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG). Danach ist der Anteil an ultrafeinen Partikeln in der Zeit der Pandemie zum Teil stark gesunken.

Der „unfreiwillige Feldversuch“, sagte Präsident Thomas Schmid, bestätige noch einmal die bisherigen Ergebnisse: „Wenn weniger oder kaum noch geflogen wird, gehen die Werte zurück und mit zunehmender Entfernung vom Flughafen wird dieser Rückgang geringer.“

Ultrafeinstaub

Ultrafeine Partikel sind die kleinsten festen Partikel in der Luft – sie können aufgrund ihrer geringen Größe besonders tief in den menschlichen Körper eindringen. Welche Gefahr für die Gesundheit von Ultrafeinstaub ausgeht, kann nicht ausreichend beurteilt werden. Bislang gibt es noch zu wenige epidemiologische Studien, die die Effekte untersuchen.jur Mehr dazu www.hlnug.de

Im September hatte Flughafenbetreiberin Fraport gut 1,1 Millionen Passagiere gezählt. Das entspricht einem Rückgang um 82,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Insgesamt sank in den ersten neun Monaten dieses Jahres das Fluggastaufkommen um 70,2 Prozent. Die Zahl der Starts und Landungen ging mit 16 940 um 63,7 Prozent zurück. Das kostet Arbeitsplätze, hilft aber der Wissenschaft. Es zeige, wo anzusetzen sei, um die Ultrafeinstaubbelastung zu mindern, so der Präsident: „Eine schnell wirkende Möglichkeit, den Schadstoffausstoß zu reduzieren, ist beispielsweise die Reduzierung des Schwefelanteils am Kerosin.“

Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) forderte dazu klare europaweite Vorgaben. Auch müssten die Verbrennungsprozesse vor Ort möglichst vermieden werden: „Dafür ist der stärkere Einsatz elektrobetriebener Fahrzeuge, beispielsweise um die Flugzeuge zur Startbahn zu schleppen, unumgänglich.“

Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) wies auf die großen Wissenslücken hin. „Die Fortführung der Messreihen rund um den Frankfurter Flughafen verbessert die Datenlage und liefert wertvolle Erkenntnisse über Belastungssituation, Quellen und Ausbreitung ultrafeiner Partikel.“ Anhand der Ergebnisse des HLNUG werde das Forum Flughafen und Region (FFR) eine „umfassende Untersuchung der Belastung und ihrer potenziell gesundheitlichen Wirkung in der Rhein-Main-Region durchführen“. Noch in diesem Jahr werde die Ausschreibung in Angriff genommen.

Laut HLNUG hängt die jeweilige Ultrafeinstaubkonzentration auch von der Windrichtung ab. Im Rhein-Main-Gebiet komme der Wind am häufigsten von Südwesten. Deshalb profitierten vor allem die südlichen Stadtteile Frankfurts, Sachsenhausen (Rückgang um 18 Prozent) und Schwanheim (44 Prozent). In Frankfurt-Oberrad und Raunheim belief sich die Reduktion lediglich auf sechs bis sieben Prozent.

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