40 Prozent der Flüge sollen stattfinden

Ryanair streicht Jobs – So soll der Flugbetrieb am Flughafen Frankfurt weitergehen

Der Billigflieger Ryanair plant, im Sommer den Flugbetrieb nach der Corona-Pause wieder zu starten. Für die Flüge sollen strenge Regeln gelten.

  • Die Fluggesellschaft Ryanair will im Sommer den Flugbetrieb wieder aufnehmen
  • Ryanair will auch weiter ab dem Flughafen Frankfurt* und ab Frankfurt-Hahn fliegen
  • Für die Flüge sollen wegen der Corona-Pandemie strenge Regeln gelten

Frankfurt – Wegen der Corona-Pandemie liegt der Flugbetrieb in Europa lahm. Der Billigflieger Ryanair will ab dem Sommer wieder deutlich mehr Flüge anbieten. Auch ab dem Flughafen Frankfurt und dem Hunsrück-Flughafen Hahn sollen Passagiere in der Zukunft wieder starten können. 

Ab 1. Juli sollen 40 Prozent der regulären Flüge wieder stattfinden, teilte das Unternehmen am Dienstag in Dublin mit. Vor der Corona-Krise hat Ryanair nach eigenen Angaben mehr als 2400 Flüge von 241 Flughäfen angeboten. Ryanair-Manager David O'Brien bekräftigte jedoch auch die Pläne des Unternehmens, wegen der Corona-bedingten schwächeren Nachfrage rund jeden fünften Job zu streichen.

Flughafen Frankfurt: Ryanair will nach Corona-Stopp wieder fliegen

Im Sommer will Ryanair nach eigenen Angaben rund 1000 Flüge täglich anbieten. Die Fluggesellschaft will nach den Reisebeschränkungen durch die Coronakrise dann wieder 90 Prozent der regulären Flugstrecken abdecken. Auch Flüge ab dem Flughafen Frankfurt sollen wieder möglich sein.

Derzeit gilt wegen der Corona-Pandemie für alle Personen, die aus dem Ausland nach Deutschland einreisen, die Verpflichtung, sich für 14 Tage in Quarantäne zu begeben. Auch Großbritannien will nun eine solche 14-tägige Quarantäne nach der Einreise einführen. „Das ist Unsinn und es hat keinen Einfluss darauf, die Ausbreitung von Covid-19 zu begrenzen“, sagte Ryanair-Chef Michael O'Leary am Dienstag dem britischen Fernsehsender ITV.

Damit Ryanair und andere Fluggesellschaften den Flugbetrieb wieder aufnehmen können, müssten die Regierungen die Reisebeschränkungen innerhalb der Europäischen Union lockern. Auch Sicherheitsmaßnahmen zum Gesundheitsschutz seien laut O‘Brien eine Voraussetzung. Diese würden dann auch am Flughafen Frankfurt gelten.

Flüge ab Frankfurt-Hahn: Wie geht es nach Corona mit Ryanair weiter?

Bei der Wiederaufnahme des Flugbetriebs will Ryanair keine Unterschiede zwischen großen und kleinen Flughäfen machen. Das bedeutet Ryanair wird auch weiterhin vom Hunsrück-Flughafen Frankfurt Hahn fliegen.  Am größten deutschen Standort, am Flughafen Frankfurt, wird derzeit am neuen Terminal 3 ein auf Billigflieger zugeschnittener Flugsteig gebaut. Der Flughafen Frankfurt hat im Jahr 2019 einen neuen Passagier-Rekord aufgestellt. Erstmals wurden mehr als  70 Millionen Passagiere abgefertigt. 

O'Brien warnte den Betreiber des Flughafens Frankfurt Fraport vor zu hohen Mietforderungen. „Wir werden es gerne nutzen, so lange wir niedrige Kosten haben.“ Fraport selbst rechnet erst 2023 mit einer Rückkehr zur Normalität. Der Chef des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport stellt sich infolge der Corona-Krise auf eine jahrelange Durststrecke im Passagierverkehr ein. 

Ryanair will Flugbetrieb ab Flughafen Frankfurt

Seit Ende März hatte Ryainair einen Großteil seiner Flüge wegen der Corona-Pandemie streichen müssen. Dazu gehören auch Flüge ab Frankfurt Flughafen. Derzeit fliegt die Billigairline sehr eingeschränkt zwischen zwischen Irland, Großbritannien und Kontinentaleuropa mit rund 30 Flügen pro Tag. Im Winter und Sommer 2021 plant Ryanair-Manager O‘Brien mit  80 Prozent der vorherigen Kapazitäten zu fliegen, auf das Niveau von 2019 werde man voraussichtlich erst 2022 oder 2023 kommen.

Das wirkt sich auch auf das benötigte Personal aus. Um die genauen Auswirkungen auf die Basen und die rund 1200 Beschäftigten in Deutschland zu benennen sei es laut O‘Brien noch zu früh. Es hänge von den jeweiligen Kosten, Steuern und Bedingungen an den Standorten ab, ob sich ein Angebot wieder lohne. Grundsätzlich stünden somit auch in Deutschland hunderte Jobs auf der Kippe. Lufthansa-Chef Carsten Spohr rechnet mit einem enormen Stellenabbau in der Corona-Krise.*

Nach Corona-Lockerung: Weiter Flüge ab Flughafen Frankfurt mit Ryanair 

Zunächst plant Ryanair für Juli Flüge ab Düsseldorf und Stuttgart. Flüge ab dem Flughafen Frankfurt werden somit voraussichtlich später hinzukommen. Um die Übertragung des Coronavirus zu verhindern, sollen die Passagiere am Flughafen und an Bord laut Ryanair Gesichtsmasken tragen. Außerdem sollen Passagiere am Check-in die Kontaktdaten und die Dauer des Aufenthalts nennen. 

Schon beim Betreten des Flughafen sollen Passagiere auf ihre Körpertemperatur überprüft werden, plädiert Ryanair. Freie Mittelsitze an Bord lehnt O'Brien wie die gesamte Branche ab, weil sie die verbleibenden Tickets unverhältnismäßig verteuerten und zur Corona-Prävention unnötig seien.

dpa/sne

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