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Zur Prügelei kam es am Frankfurter Flughafen.

Taxi-Unternehmen

Flughafen Frankfurt: Prügelei unter Uber- und Taxifahrern

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Seit Jahren schwelt ein Konflikt zwischen Taxi- und Uberfahrern. Nun kam es am Flughafen Frankfurt zu einer handfesten Auseinandersetzung.

  • Seit Jahren schwelt ein Konflikt zwischen Uber- und Taxifahrern.
  • Nun sind einige von ihnen am Flughafen Frankfurt aneinandergeraten.
  • Es kommt zur Schlägerei. 

Es ist ein im wahrsten Sinne umkämpfter Markt in der Frankfurter Personenbeförderung. Zwischen den Taxifahrern und der Fahrdienstvermittlung Uber schwelt schon seit geraumer Zeit ein Streit, der nun auch in körperlichen Auseinandersetzungen gipfelte. Am Abend des 14. Februar sollen zwei Fahrer, die für Uber tätig sind, einen Taxifahrer am Flughafen Frankfurt so massiv ins Gesicht geschlagen haben, dass er Schwellungen und einen Schnitt erlitt und krankgeschrieben werden musste. Marco Marchesani, selbst Taxifahrer und Vorstand der Föderation Freier Taxen in Deutschland, und mit dem Opfer gut bekannt, will Vorfälle wie diesen nicht länger hinnehmen: „Die Situation auf den Straßen ist dabei zu eskalieren.“

Flughafen Frankfurt: Taxis im Streit mit Uber 

Marchesani zufolge hatte Ibrahim C. an jenem Dienstagabend gegen 22.20 Uhr einen Fahrgast am Terminal 1 am Flughafen Frankfurt im Bereich des Sheraton Hotels abgeladen, als der 36-Jährige in einer Zufahrt zwei illegal geparkte Uber-Fahrzeuge ausgemacht haben will. Die Fahrzeuge von Mietwagenunternehmen dürfen anders als Taxis nicht an Ort und Stelle auf Kunden warten, sondern müssen nach einer Fahrt an ihren Firmensitz zurückkehren. Als der 36-Jährige die Verstöße mit seinem Smartphone dokumentiert, wird er von den beiden Fahrern bedroht. Sie bauen sich vor dem Wagen auf, C. steigt aus und wird geschlagen. Die Polizei bestätigt den Vorfall insoweit, dass „beide Parteien“ gegenseitig Anzeige wegen Körperverletzung erstattet hätten. Die beiden Kontrahenten von C. sollen 24 und 29 Jahre alt sein.

Auch Hans-Peter Kratz, der Vorsitzende der Frankfurter Taxi-Vereinigung, hat von dem jüngsten Vorfall am Flughafen Frankfurt gehört. „Der Ton wird rauer“, sagt Kratz, weist aber darauf hin, dass es Schlägereien unter Fahrern auch schon vor Uber gegeben habe. Mit einer Bewertung des konkreten Vorfalls hält er sich zurück. Er hält nichts davon, dass Taxifahrer auf eigene Faust Beweise für Verstöße des Uber-Imperiums sammeln. „Wir werden das wieder auf dem gerichtlichen Weg machen.“

Flughafen Frankfurt: Taxis haben mehrfach gegen Uber geklagt

Die Taxi-Vereinigungen haben bereits mehrfach gegen den Konkurrenten geklagt. Zuletzt hatte das Landgericht Frankfurt die Vermittlung von Fahrten über die Uber-App untersagt, da dem weltweit agierenden US-Unternehmen eine Mietwagenkonzession fehle. Uber stellte daraufhin seine Geschäftspraxis teilweise um und agiert jetzt in jeder Stadt nur noch mit einem Unternehmen, in Frankfurt ist das Safe Driver Ennoo. Ein Mitarbeiter des Unternehmens bestätigt auf Nachfrage der FR, von dem Vorfall „flüchtig“ gehört zu haben. Die beiden Fahrer seien aber nicht direkt von Safe Driver Ennoo, sondern von einem Subunternehmen.

Demnach fahren indirekt doch wieder mehrere Unternehmen in Frankfurt für Uber. Kratz zufolge hat es nach dem Urteil des Landgerichts nur „Änderungen auf dem Papier“ gegeben. „Wir haben schon wieder Beweise für Verstöße gesammelt.“ Nicht immer scheint das Beweisesammeln glimpflich auszugehen, wie der Vorfall am Flughafen Frankfurt zeigt.

Von Oliver Teutsch 

Kurz vorm Flughafen Frankfurt gerät ein Airbus in einen gefährlichen Sinkflug. Eine Landebahn ist weit und breit nicht zu sehen. Passagiere geraten in Panik.

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