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Ein Flugzeug bei der Landung auf der Rollbahn des Frankfurter Flughafens.

Luftverkehr

Flughafen Frankfurt: Airline droht hohes Bußgeld wegen Nachtflug-Verstößen

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Am Flughafen Frankfurt soll eine Airline für Störungen der Nachtruhe eine Viertelmillion Euro Strafe zahlen.

  • Der Fluglinie Laudamotion droht ein Bußgeld in Höhe von 272.500 Euro
  • 2018 hatte die Airline am Flughafen Frankfurt bei 68 Flügen gegen das Nachtflugverbot verstoßen
  • Zum ersten Mal wird in Frankfurt eine Airline wegen der Störung der Nachtruhe zur Kasse gebeten

Frankfurt - Weil sie im Sommer 2018 regelmäßig gegen das Nachtflugverbot verstoßen hat, soll die Fluglinie Laudamotion 272.500 Euro in die Staatskasse zahlen. Das Bußgeld betrifft 68 Flüge von Mallorca nach Frankfurt, die eigentlich um 22.45 Uhr landen sollten. Alleine im September erreichten 13 der insgesamt 28 Landungen Frankfurt erst nach 23 Uhr, acht mussten sogar nach Hahn ausweichen, weil nach Mitternacht der Airport geschlossen ist. Die Höhe des Strafe berechnet sich nach dem finanziellen Vorteil der Airline. Also was sie hätte zahlen müssen, um die rund 160 Passagiere pro Flug zu entschädigen und von Hahn im Hunsrück nach Frankfurt zu transportieren.

Flughafen Frankfurt: Hohes Bußgeld wegen Nachtflügen

Es ist das erste Mal in der Geschichte des Frankfurter Flughafens, dass eine Airline für die widerrechtliche Störung der Nachtruhe zur Kasse gebeten wird, sagte Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) am Dienstag in Frankfurt. Wahrscheinlich werde Laudamotion gegen den Bußgeldbescheid des Regierungspräsidiums (RP) Darmstadt Rechtsmittel einlegen. Rund eineinhalb Jahre haben die Experten in RP und Ministerium akribisch ermittelt. Haben die Piloten verschiedener Airlines angehört, gegen die 163 Ordungswidrigkeitsverfahren eingeleitet wurden. Haben Angaben der Deutschen Flugsicherung ausgewertet, von Eurocontrol – der Europäischen Organisation zur Sicherung der Luftfahrt. Am Ende konnten sie Laudamotion eindeutig nachweisen, dass die permanenten Verspätungen nicht von externen Einflüssen herrührten – etwa Streiks oder Gewitter. 

Flughafen Frankfurt: Auch Condor und Ryanair im Fokus

Mit Condor und Ryanair waren zwei weitere Fluggesellschaften im Fokus. Die hatten noch während des Sommerflugplans die permanenten Verspätungen abgestellt. Das Bußgeldverfahren gegen die beiden wurde eingestellt mit dem Hinweis, dass es wieder aufgenommen werden kann, sagte Al-Wazir. Die Aufmerksamkeit sinke nicht, auch wenn es 2019 keine Ordnungswidrigkeitsverfahren gegeben habe. „Wir bleiben wachsam.“ Die zeitaufwendigen Ermittlungen hätten sich gelohnt. „Weil nun allen klar wurde, dass es so nicht geht.“ Zudem habe keine Airline Interesse an schlechter Presse.

Laudamotion gehört seit August zu Ryanair. Im vergangenen Sommerflugplan tauchte besagter Mallorca-Rückflug nicht auf. Für dieses Jahr ist er wieder am Start. Die Experten im Ministerium haben das Unternehmen für das Problem sensibilisiert. Die Ermittlungen gestalteten sich so langwierig, weil zunächst die 163 Ordungswidrigkeitsverfahren gegen die Piloten ergehen mussten. Um unmittelbar gegen die Airlines vorgehen zu können, hatte Hessen im Sommer 2018 erfolgreich eine Bundesratsinitiative gestartet. Der einstimmige Beschluss liegt seitdem beim Bundesverkehrsminister und wartet auf die Umsetzung.

Fliegen In der Nacht

Landungenzwischen 23 und 24 Uhr sind laut Planfeststellungsbeschluss gestattet. Sie dürfen sich nicht aus der Flugplangestaltung ergeben, und es dürfen im Jahresdurchschnitt nicht mehr als 7,5 Landungen pro Tag sein.

Startssind in dieser Zeit nur nach Einzelgenehmigungen erlaubt. Die Verspätungsgründe müssen außerhalb des Einflusses der Airlines liegen.

2017kam es zu 440 verspätete Starts und 704 verspätete Landungen. Allein im September kamen 195 Maschinen nach 23 Uhr zu Boden.

2018waren es alleine im Juni 203 verspätete Landungen und 138 Starts nach 23 Uhr.

Vergangenes Jahrgab es 432 Starts zwischen 23 Uhr und Mitternacht, im Jahr davor waren es 496. Bei den Landungen lag die Zahl bei 602 Flugzeugen gegenüber 1054 im Jahr zuvor.

Von Jutta Rippegather

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