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Flughafen Frankfurt: Nachtflüge wegen Drohnen

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Die Luftaufsicht muss 22 Starts nach 23 Uhr genehmigen. Erstmals ist die Zahl der Drohnen-Sichtungen rückläufig.

Es war eine dreiste Tat. Auszubaden hatten sie auch die Anwohner des Flughafens, weil die hessische Luftaufsicht am Samstag 22 Anträge auf Starts nach 23 Uhr genehmigen musste. Die Frankfurter Polizei ermittelt nun wegen „gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr“ gegen Unbekannt. Der oder die Täter hatten am Samstag gegen 20 Uhr den Frankfurter Flughafen für knapp eine Stunde lahmgelegt.

Die Polizei geht von mindestens zwei Flugdrohnen aus, die dort widerrechtlich unterwegs waren. „Der Einsatzleiter konnte sie über seinem Kopf sichten“, sagt der Sprecher der Bundespolizei, Reza Ahmari, der Frankfurter Rundschau am Montag. Mit einem Schuss aus der Dienstwaffe hätten die Kollegen sie nicht vom Himmel holen können: „Es war ja dunkel, und es gab Flugverkehr.“ Zudem seien die Drohnen „blitzschnell“ gewesen. „Wir gehen davon aus, dass hier jemand vorsätzlich stören wollte“, sagt Isabell Neumann vom Polizeipräsidium Frankfurt, das an dem Abend per Hubschrauber nach den Tätern fahndete. „Da spielte einer über uns“, ergänzt Kollege Ahmari.

Höhepunkt war 2018

Wo Flugzeuge starten und landen, haben Drohnen nichts zu suchen. Das Verbot gilt eineinhalb Meter über den Flughafenzaun hinaus. Doch in den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu Vorfällen wie am Samstag. Mit bundesweit 64 ging es im Jahr 2016 los, sagt die Sprecherin der Deutschen Flugsicherung (DFS), Kristina Kelek. Der Höhepunkt war 2018 mit 158 Vorfällen erreicht. Voriges Jahr verzeichneten die Lotsen 125 Sichtungen – davon 28 in Fankfurt.

Bekommen die Experten der Flugsicherung Hinweise, geben sie diese unverzüglich an die Piloten weiter. Auf dem Radar sind die unbemannten Flugobjekte nicht erkennbar, sagt Kelek. „Dafür sind sie zu klein.“

Anders sieht es bei größeren Sportflugzeugen oder Vogelschwärmen aus: Die könne das Primärradar empfangen, das bei der DFS parallel zum Sekundärradar im Einsatz ist. Letzteres würde eine Drohne lediglich erkennen, wenn sie mit einem Transponder ausgestattet wäre. Nach Ansicht der DFS könnte eine amtliche Registrierungspflicht hilfreich sein – zumindest ab bestimmter Größe oder Gefährdungspotenzial.

Übrigens ist es nicht so, dass auf dem Flughafen überhaupt keine Drohnen zum Einsatz kommen. Es kann durchaus passieren, dass eine Airline die Technik einsetzt, um das Äußere ihrer Maschine zu kontrollieren, oder Fraport ihren Zaun. Diese gewerblichen Einsätze würden aber bei der DFS angemeldet, sagt Kelek. „Und sie sind auch eher Ausnahmen.“

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