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Nach eineinhalb Jahren Pause wurde im Terminal 1 wieder gegen den Flughafenausbau demonstriert.
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Nach eineinhalb Jahren Pause wurde im Terminal 1 wieder gegen den Flughafenausbau demonstriert.

Airport

Flughafen Frankfurt: Lauter Protest gegen Fluglärm

  • Andrea Rost
    VonAndrea Rost
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180 Menschen kommen zur Mahnwache der Bürgerinitiativen. Anlass ist die Eröffnung der Landebahn Nordwest vor zehn Jahren.

Es wurde still am Frankfurter Flughafen mit Beginn der Corona-Pandemie. Nicht nur die Flugzeuge blieben am Boden, auch die Demonstrant:innen kamen nicht mehr. Jeden Montagabend hatten sie seit Eröffnung der Nordwest-Landebahn im Terminal lautstark gegen den Flughafenausbau protestiert und ihrem Unmut über den Krach am Himmel Luft gemacht.

Gestern sind sie nach langer Zeit wieder da – mit bunten Protestplakaten, Fahnen, Tröten und Trommeln stehen sie vor der großen Anzeigetafel mit den Abflugzeiten. Fast so wie früher, wenn auch in deutlich kleinerer Zahl. 180 Teilnehmer:innen zählt Wolfgang Heubner, Sprecher des Bündnisses der Bürgerinitiativen gegen den Flughafenausbau (BBI). Anlass der Mahnwache ist der zehnte Jahrestag der Eröffnung der Nordwestlandebahn.

Protest

300 Montagsdemos hat das Bündnis der Bürgerinitativen gegen den Flughafenausbau (BBI) seit Eröffnung der Nordwestlandebahn am 21. Oktober 2011 organisiert.

Mehrere Tausend Menschen kamen zur ersten Kundgebung ins Terminal, Hunderte protestierten regelmäßig gegen Fluglärm.

Wegen Corona gab es seit Anfang 2020 nur noch virtuelle Treffen der Fluglärmgegner:innen. aro

Ein „sichtbares Zeichen für den Ausbauwahn des Frankfurter Flughafens“ nennt Heubner die Landebahn im Kelsterbacher Wald. Falsche Prognosen hätten dem Planfeststellungsbeschluss zugrunde gelegen, sagt er. „Notwendig war die Bahn nie.“

„Stille Nacht! Landebahn Aufforsten“ hat eine Frau auf ihr Plakat geschrieben. „Die Landebahn muss weg“, singt der Frankfurter Musiker Steve Collins, der bei fast allen Fluglärmdemos dabei war. Wolfgang Heubner weiß so gut wie seine Mitstreiter:innen, dass dieser Wunsch wohl nicht mehr in Erfüllung gehen wird. Das Bündnis hat jetzt andere Forderungen: Wegfall von Inlands- und Kurzstreckenflügen, eine Reduzierung von Geschäftsflügen und keine Landeerlaubnis mehr für Billig-Airlines. „Das Rhein-Main-Gebiet ist durch das hemmungslose Wachstum des Flughafens massiv geschädigt. Die Menschen brauchen dringend eine Entlastung für Ihre Gesundheit“, sagt Heubner gestern im Terminal und bekommt viel Applaus von den Umstehenden.

Die meisten, die gestern am Flughafen demonstrieren, sind lange in den Bürgerinitiativen aktiv. Einige haben schon vor 40 Jahren im Hüttendorf gegen die Startbahn West gekämpft. „Schön, dass ihr da seid“, ruft BBI-Sprecherin Monika Wolf einer Gruppe aus Flörsheim zu. „Wir wollen zeigen, dass es uns noch gibt“, sagt Hildegund Klockner, über deren Haus in der Einflugschneise die Flugzeuge hinwegdonnern. Fast alle ihre Nachbarn seien aus Flörsheim weggezogen, sagt sie. „Hier bei der Demo spüre ich Solidarität.“ Ein Zeichen setzen will auch Hans Schinke aus Offenbach. Immer wieder bläst er in eine rote Tröte. „Der Protest heute explodiert nicht mehr wie vor zehn Jahren“, räumt er ein. „Wir sind alle älter geworden. Viele haben resigniert.“

Schinke hofft jetzt auf die nächste Generation. Es gäbe Kontakte zur Fridays-for-Future-Bewegung, sagt er. „Der Austausch ist eng. Wir hoffen, dass wir auf diese Weise neue Leute für unser Anliegen gewinnen können.“

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