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Der Flughafen Frankfurt verfügt über keinen Schutz vor Drohnen. Hessens Polizei sucht nach einem Abwehrsystem.

"Wachsende Gefahr"

Immer wieder Zwischenfälle mit Drohnen: Flughafen Frankfurt hat keinen Schutz

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Der Flughafen Frankfurt verfügt über keinen Schutz vor Drohnen. Hessens Polizei sucht nach einem Abwehrsystem. Es gab bereits viele Vorfälle mit den Drohnen.

Frankfurt - Mehrfach schon haben Drohnen den Flugbetrieb in Frankfurt und an anderen deutschen und internationalen Flughäfen lahmgelegt. Bisher aber hat die Polizei keine Mittel dagegen gefunden. Das räumen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) und Innenminister Peter Beuth (CDU) in einer Antwort auf eine Anfrage der FDP im Landtag ein. Sie sprechen darin von einer „wachsenden Gefahr“.

Flughafen Frankfurt wegen Drohen gesperrt

Zuletzt war am 10. Mai wegen einer Drohnensichtung die Südbahn des Airports für eine halbe Stunde gesperrt worden. Einen Tag davor mussten sämtliche Start- und Landebahnen für fast eine Stunde außer Betrieb genommen werden.

Doch die Drohnenbetreiber wurden weder bei diesen Vorkommnissen noch bei ähnlichen Ereignissen in den Jahren zuvor gefasst. Al-Wazir verweist darauf, dass es an Systemen zur Drohnenerkennung „in Echtzeit“ fehle und dass Drohnen nur maximal 30 Minuten lang in der Luft seien. Daher hätten „noch keine verantwortlichen Personen“ ermittelt werden können.

Drohnen verboten

Im Umkreis von 1,5 Kilometern um einen Flughafen dürfen Drohnen nicht eingesetzt werden. Es gilt dabei die Entfernung zur Begrenzung des Airports.

Höher als 50 Meter dürfen die Objekte nicht fli

egen, sonst ist eine Genehmigung erforderlich. Wenn ein Zusammenstoß mit einem Flugzeug droht, muss die Drohne landen oder die Flughöhe verringern. pit

Der Schutz lässt ebenfalls noch zu wünschen übrig. Derzeit werde „durch sämtliche beteiligten Gefahrenabwehrbehörden geprüft“, welche technischen Abwehrsysteme sich eignen könnten, schreibt Al-Wazir in Abstimmung mit Beuth. Auch die hessische Polizei sondiere den Markt. Man denke darüber nach, ein Produkt zur „Drohnendetektion und -abwehr“ gemeinsam mit anderen Bundesländern anzuschaffen.

Seit 2017 gab es fünf Sperrungen wegen Drohnen am Frankfurter Flughafen, wie Al-Wazir unter Berufung auf die Betreibergesellschaft Fraport mitteilt: jeweils eine in den Jahren 2017 und 2018, aber bereits drei im ersten Halbjahr 2019. Dadurch seien insgesamt 220 Flüge gestrichen worden. Der Fraport seien nach eigenen Angaben Flughafenentgelte in einer Größenordnung von 300.000 Euro entgangen, fügte Al-Wazir hinzu.

Flughafen Frankfurt: Drohnen behindern Piloten

Nicht immer müssen gleich Teile des Flughafens gesperrt werden. Im Jahr 2018 meldeten Piloten in Frankfurt 31 Fälle, in denen sie sich von Drohnen behindert fühlten. Bundesweit lag die Zahl laut der Deutschen Flugsicherung bei 158 Fällen, davon 17 in Berlin-Tegel, 14 in München, zwölf in Hamburg sowie je neun in Köln/Bonn und Berlin-Schönefeld.

Ein Jahr zuvor hatte es bundesweit lediglich 88 solcher Pilotenmeldungen gegeben. „Mit der wachsenden Drohnenanzahl steigt das Risiko, dass die unbemannten Flugobjekte den zivilen Luftverkehr beeinträchtigen“, kommentierte die Flugsicherung.

Der FDP-Abgeordnete Stefan Naas findet Al-Wazirs Antworten bedenklich. Das Problem nehme weiter zu, aber offenbar habe die Landesregierung „keinen Plan“, wie sie damit umgehen könne, sagte Naas der FR. Er befürchtet, dass es neben den bekanntgewordenen Fälle eine hohe Dunkelziffer von Drohnen an Flughäfen gibt, die nicht gemeldet werden.

VON PITT VON BEBENBURG

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