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Mit dem neuen Flugsteig G und dem Terminal 3 werden künftig noch mehr Flieger von Frankfurt aus starten.

Flughafen Frankfurt

Fraport peilt 126 Flüge pro Stunde an

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Die Fluglärmkommission mahnt Fraport, beim weiteren Ausbau des Flughafens den Schutz der Bevölkerung zu sichern.

Fraport will nach Eröffnung von Flugsteig G die Zahl der Flüge von derzeit 104 auf 108 pro Stunde steigern. Zwei Jahre später geht dann das gesamte Terminal 3 mit zwei weiteren neuen Piers in Betrieb. Dann soll der sogenannte Stundeneckwert nach und nach auf 126 steigen. Diese Zahlen nannte ein Fraport-Sprecher am Dienstag bei der Sondersitzung der Fluglärmkommission Frankfurt am Dienstag. Flugsteig G soll im Sommer 2021 fertig sein. 

Das Gremium appellierte an die Flughafenbetreiberin, bei den weiteren Ausbaustufen den Lärmschutz sicherzustellen. Mit zunehmendem Verkehr werde es immer schwerer, die vereinbarten Programme zur Lärmminderung beizubehalten. Auch das Problem der Verspätungsflüge nach 23 Uhr sei noch virulent. Hierfür bedürfe es einer ausgesprochen engen Abstimmung zwischen Fraport und der Deutschen Flugsicherung. 

Thomas Jühe (SPD), Vorsitzende der Kommission und Bürgermeister von Raunheim, mahnte Fraport, den Bogen nicht zu überspannen. Der Konzern könne nicht nur darauf pochen, dass der Planfeststellungsbeschluss erfüllt wird, der insgesamt 701 000 Flugbewegungen pro Jahr vorsieht, das Bundesverfassungsgericht hatte dies bestätigt. Die viel beschworene zweite Seite der Medaille, so Jühe, seien das Nachtflugverbot von 23 bis 5 Uhr und das vereinbarte Lärmschutzkonzept: „Die künftige Beantragung und Genehmigung einer Erhöhung der Eckwerte muss auch davon abhängig gemacht werden, ob die Einhaltung der Lärmschutzvorgaben am Standort Frankfurt sichergestellt ist.“ Im Moment hat der zuständige Ausschuss 104 Flüge pro Stunde genehmigt. Fraport will zum Sommerflugplan 2021 vier zusätzliche beantragen. 

Den Bedarf verdeutlichte der Fraport-Vertreter in einer Präsentation. Demnach war das Unternehmen in der vergangenen Sommersaison nicht in der Lage, die Nachfrage zu befriedigen. Fast jeder zehnte Antrag nach Start- und Landerechten sei zeitlich nicht wunschgemäß bedient worden. Nach einer Wachstumsrate von rund acht Prozent bei Passagieren und Flugbewegungen im vergangenen Jahr rechnet der Konzern für dieses Jahr mit einer weiteren Steigerung von ein bis zwei Prozent. 

Bei den Lärm-Beschwerden verzeichnet Fraport generell eine rückläufige Entwicklung. Im vergangenen Sommer allerdings gingen die Zahlen wieder nach oben. Zu erklären sei dies mit einem ungewöhnlich hohen „Ostwetteranteil“, der den Menschen in Raunheim, Rüsselsheim oder Flörsheim erheblich mehr Lärm bescherte. Auch wegen der Zunahme verspäteter Flüge nach 23 Uhr meldeten sich 2018 viele Bürger bei Fraport. Mit 1593 verspäteten Starts und Landungen gab es im vergangenen Jahr doppelt so viele wie vier Jahre zuvor. Offiziell beginnt um 23 Uhr das Nachtflugverbot; Ausnahmen davon sind bis Mitternacht möglich.

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