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Kräne auf der Großbaustelle des Terminal 3 am Flughafen Frankfurt.

Frankfurt-Flughafen

Flughafen-Frankfurt: Eröffnungstermin von Terminal 3 wackelt

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Es gibt Verzögerungen auf der Terminal-Baustelle. Schulte schließt Personalabbau nicht aus.

Die Nordwestlandebahn dient als Parkplatz für Lufthansa-Flugzeuge. Die Startbahn West ist stillgelegt, gleiches gilt für Terminal 2 und einen Teil von Terminal 1: Corona hat den Frankfurter Flughafen auf den Stand von Anfang der 80er Jahre zurückgeworfen. Im März lag der Rückgang der Passagierzahlen bei 62 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Zwischenbericht des Konzerns für die ersten drei Monate 2020. Im April ging demnach das Passagieraufkommen um bis zu 97 Prozent zurück.

„Wir befinden uns in der größten Krise der weltweiten Luftfahrt und unseres Unternehmens“, sagt Vorstandsvorsitzender Stefan Schulte. Eine Prognose, wie lange die Reisebeschränkungen noch andauern, sei nicht möglich. „Sicher ist: Die Luftfahrt wird danach eine andere sein. Hierauf bereiten wir unseren Flughafen und unser Unternehmen vor.“

18 000 Fraport-Kurzarbeiter

So seien mehr als 18 000 der rund 22 000 Fraport-Beschäftigten am Standort Frankfurt derzeit in Kurzarbeit. Die durchschnittliche Arbeitszeit wurde im April und Mai um rund 60 Prozent reduziert. Kündigungen schließt der Vorstandsvorsitzende nicht aus: „Je nachdem, wie lange diese Krise noch andauert, werden auch wir unsere Materialausgaben und Personalkapazitäten entsprechend reduzieren müssen.“

An den langfristigen Ausbauprojekten hält Schulte gleichwohl weiter fest. Allen voran am Bau von Terminal 3 in Frankfurt sowie den Erweiterungen in Griechenland und Brasilien. Allerdings könnten sich die avisierten Eröffnungstermine in Frankfurt (Sommer 21 für Flugsteig G, der Rest von Terminal 3 zwei Jahre später) nach hinten verschieben: Wegen der eingeschränkten „Verfügbarkeit von Dienstleistern und Subunternehmen“ komme es zu zeitlichen Verzögerungen.

Finanziell macht sich der Vorstandschef keine Sorgen: Dank zusätzlicher Kredite verfüge der Konzern über mehr als 2,2 Milliarden Euro an liquiden Mitteln und zugesicherten Kreditlinien. „Damit kann das Unternehmen die aktuelle Situation auch über viele Monate durchstehen“, sagt Schulte.

Wie die gesamte Branche übt sich auch Schulte in Optimismus. „In einer globalisierten Welt wird die Luftfahrt weiterhin ein wichtiger Treiber der wirtschaftlichen Entwicklung und des Wohlstandes sein.“ Er gehe langfristig weiterhin von Wachstum aus – „auch wenn es wohl viele Jahre dauern wird, bis wir die Passagierzahlen aus dem vergangenen Jahr wieder erreichen“.

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