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Umwelt

Flughafen Frankfurt: Der Zug muss bequem und schnell sei

  • Jutta Rippegather
    VonJutta Rippegather
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Der neue Anlauf zur Verlagerung der Kurzstreckenflüge stößt auf Zustimmung. Doch das Problem des Gepäcks ist nicht gelöst.

Innerdeutsche Flüge durch Bahnfahrten zu ersetzen, ist kein einfaches Unterfangen. Die ersten Versuche reichen bis ins Jahr 1983 zurück. Damals betrieb die Lufthansa sogar einen eigenen Zug - den „Lufthansa Airport Express“. Er verband den Frankfurter Flughafen mit Stuttgart beziehungsweise mit Düsseldorf, Köln und Bonn. Doch nach zehn Jahren stellte der Kranich das Angebot ein - es fehlte die Nachfrage.

Schon damals galten Kurzstreckenflüge als ökonomisch wie ökologisch unsinnig. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Umweltschützer wie Flughafenausbaugegner drängen immer wieder darauf, die innerdeutschen Flüge einzustellen. Sie seien auch nicht mehr zeitgemäß. „Andere Länder haben gezeigt, dass Verlagerungen auf die Schiene möglich sind“, sagt Ina Hauck. Die Sprecherin des Bündnisses der Bürgerinitiativen (BBI) gegen den Flughafenausbau sagt, sie begrüße das jüngst vorgestellte neue Kooperationsprojekt zwischen Bahn und Lufthansa, sehe aber noch Verbesserungsbedarf bei den Zubringerflügen. „Der Service bei der Gepäckabfertigung muss verbessert werden.“

Dem eingestellten Lufthansa Airport Express folgten diverse Kooperationen mit der Deutschen Bahn. Express-Rail heißt das neue Angebot, das speziell Geschäftsreisende im Blick hat. Von Juli an fahren extra schnelle Sprinterzüge mit speziellem DB-LH-Logo von München und Hamburg über Hannover zu Deutschlands größtem Airport in Frankfurt. Im Dezember kommen Verbindungen von Berlin, Bremen und Münster hinzu. Der Fahrplan ist abgestimmt auf die Abflug- und Ankunftszeiten der Lufthansa. „Ein Neuanfang“, sagt Sandra Courant, Sprecherin der Lufthansa, die sich Einsparungen erhofft. „Wo es möglich ist, setzen wir kleinere Flugzeuge ein, reduzieren inländische Zubringerflüge oder stellen sie ganz ein und bringen unsere Passagiere stattdessen mit der Bahn zum Flughafen.“ Die Schieneninfrastruktur müsse dafür „gezielt gestärkt werden“. Dann stelle sich der Erfolg automatisch ein. Paradebeispiel sei der Ausbau der Strecke Frankfurt-Köln. Die Flugverbindung wurde 2007 mangels Nachfrage eingestellt.

Nach Angaben der Sprecherin sind zwei Drittel der innerdeutschen Passagier:innen der Lufthansa Umsteiger, die über ein Drehkreuz zu einem internationalen Ziel fliegen. Ob das neue Angebot sie zum Zugfahren bewegt, hänge maßgeblich von zwei Faktoren ab: Schnelligkeit und Bequemlichkeit.

Beim Thema Tempo könnte der Super-Sprinter aufholen. Anders sieht es beim Gepäcktransport aus. In der Vergangenheit gab es zwar schon einmal einen Test, bei dem Koffer noch vor dem Einstieg in den Zug eingecheckt wurden. Doch der, sagt die Lufthansa-Sprecherin, musste aus Gründen der Logistik und Sicherheit wieder eingestellt werden.

Die Verlagerung von Kurzstreckenflügen auf die Schiene ist mit dem achtstündigen Nachtflugverbot die wichtigste Forderung des Bund Umwelt und Naturschutz (BUND) Hessen zum Flughafen Frankfurt. In einer Studie aus dem Jahr 2014 hat er ein Potenzial von rund 9,5 Millionen Passagieren und über 100 000 Flugbewegungen pro Jahr berechnet. Nach Ansicht der Umweltschützer wird Fraport nach der Pandemie nicht wieder die alten Verkehrszahlen erreichen. Der Anteil der Geschäftsreisen im Luftverkehr von mehr als 30 Prozent vor Covid werde eher sinken als steigen, weil Video- und Telefonkonferenzen sich als Ersatz bewährt hätten. Vor diesem Hintergrund bezweifelt der BUND auch weiter den Bedarf des Terminals 3, das derzeit gebaut wird.

Lufthansa ist nicht der einzige Kooperationpartner der Deutschen Bahn. Nach Angaben einer Sprecherin arbeitet das Schienenunternehmen mit mehr als 100 Touristikanbietern zusammen, darunter mehr als 50 Fluggesellschaften. Bei Rail & Fly etwa könnten Kund:innen bei Reiseveranstaltern ein Zugticket zum Abflughafen oder vom Flughafen nach Hause buchen. Ein anderes Beispiel für die Vernetzung sei „Good for Train“: Airlines bieten alternative Reisemöglichkeiten im Zug an, wenn der Luftverkehr gestört ist, so eine Bahnsprecherin. „Dieses Angebot hat sich in der Pandemiezeit bezahlt gemacht, als viele Inlandsflüge nicht angeboten werden konnten und die Kunden dennoch verlässlich an ihr Ziel kamen.“

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