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Flughafen Frankfurt: Comeback der Corona-Testpflicht

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Von: Jutta Rippegather

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Aus China ankommende Fluggäste sollen künftig stichprobenmäßig auf Corona getestet werden. dpa
Aus China ankommende Fluggäste sollen künftig stichprobenmäßig auf Corona getestet werden. dpa © dpa

Behörden kontrollieren von Montag an Reisende aus China und die Abwässer am Flughafen Frankfurt. Umgekehrt lockert Peking die Einreisebedingungen.

Angesichts der Corona-Welle in China verschärft Deutschland von Montag an die Einreisebedingungen. Schwerpunkt sei der Flughafen Frankfurt mit seinen aktuell 15 Direktflügen pro Woche, sagte ein Sprecher des hessischen Sozialministeriums der Frankfurter Rundschau am Freitag. Schon bald könnte deren Zahl steigen. Am Sonntag, 8. Januar, lockert Peking die Schutzregeln. Wer aus dem Ausland nach China reist, muss nicht mehr in eine fünftägige Hotelquarantäne. Wiesbaden rechnet dann mit 20 Flügen pro Woche - bei Passagierzahlen „im mittleren vierstelligen Bereich“.

Wie so oft währen der Pandemie muss es auch diesmal schnell gehen. „Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren“, sagt der Ministeriumssprecher und betont, dass die Ausgangslage gleichwohl eine andere sei als zu Beginn der Pandemie. Im Fokus der Kontrollen stünde nicht das Coronavirus an sich, sondern die Sorge vor neuen Varianten. „Wir haben inzwischen eine gute Immunitätslage bei uns.“

Am Donnerstag hatte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) angekündigt, die entsprechende EU-Empfehlung in der kommenden Woche umzusetzen. Demnach brauchen Fluggäste aus China künftig bei Reiseantritt nach Deutschland mindestens einen Antigenschnelltest. Darüber hinaus werde es Stichproben mit Antigenschnelltests geben, sagte der Sprecher des hessischen Sozialministeriums. Bei positiven Ergebnis folgt ein PCR-Test, um die Virusvariante zu bestimmen. Für Infizierte gelten die in Hessen üblichen Regeln: Sie müssen außerhalb ihrer Wohnung Maske tragen.

Ansturm auf Flüge

China erlebt derzeit den weltweit höchsten Anstieg an Corona-Infektionen. Eine Million Menschen könnten in den kommenden Monaten sterben.

Gleichwohl will Peking vom 8. Januar an keine Quarantäne mehr für Einreisende aus dem Ausland verhängen. Sie müssen nur noch einen höchstens 48 Stunden alten negativen Corona-Test vorlegen.

Diese Ankündigung hat Medienberichten zufolge zu einem Ansturm auf Flugbuchungen geführt. Die Reiseplattform Tongcheng verzeichnete eine Zunahme der Suchanfragen nach Flugreisen um 850 Prozent sowie zehnmal so viele Suchen nach Visavorschriften. jur

Ergänzend dazu hatte Lauterbach Abwasserkontrollen angekündigt. Wie diese konkret umgesetzt werden sollen, ist nach FR-Informationen noch offen. Zur Diskussion stehen zwei Varianten: Überprüfung der Abwasser des konkreten Flugzeugs oder die des Frankfurter Flughafens insgesamt. „Wir schaffen dazu die entsprechenden Möglichkeiten, das ist kein Problem“, versicherte Dieter Hulick, Pressesprecher der Flughafenbetreiberin Fraport. Darüber hinaus sei Fraport nicht involviert.

Nach Know-how in Hessen müssen die Behörden nicht lange suchen. Susanne Lackner von der Technischen Universität (TU) Darmstadt ist eine ausgewiesene Expertin auf dem Gebiet. Die Professorin ist seit geraumer Zeit damit beschäftigt, Abwässer auf Viren zu untersuchen. Polio hat die Expertin für Wasser- und Umweltbiotechnologie schon in den Ausscheidungen der Menschen entdeckt, Tuberkulose, Influenza. Im vergangenen Sommer wies ihr Team Affenpocken nach. Im November 2021 erbrachte es den ersten Nachweis der Omikron-Variante BA.1 – die Probe stammte vom Frankfurter Flughafen.

Die Darmstädter Wissenschaftler:innen beschäftigen sich mit einer Reihe von Abwassermonitoringprojekten. Seit September 2021 etwa liefern sie regelmäßig aktuelle Zahlen zum Auftreten besorgniserregender Varianten. Die Proben dazu stammen aus 18 großen und kleinen Kläranlagen in Hessen. Im Herbst hatte die Bundesregierung angekündigt, die Untersuchung der Abwässer nach Coronaviren auszuweiten. Abgedeckt werden sollten damit in Hessen alle großen Kläranlagen und insgesamt etwa 40 Prozent der hiesigen Bevölkerung. Als voraussichtliche Standorte für die „bundesweite Trendanalyse“ sah das Konzept Darmstadt und Büdingen vor, Frankfurt und Wiesbaden mit jeweils zwei Kläranlagen sowie Hanau, Fulda, Gießen, Marburg und Kassel.

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