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Hochrangiger afrikanischer Funktionär wirft Polizei Rassismus vor

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Von: Moritz Serif

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Zwei Männer sind am Flughafen Frankfurt von der Bundespolizei festgenommen worden.
Die Polizei am Flughafen Frankfurt. (Symbolfoto). © Andreas Arnold/dpa

Am Flughafen Frankfurt könnte es zu einem Rassismus-Vorfall gekommen sein. Die Bundespolizei streitet die Vorwürfe eines afrikanischen Funktionärs ab.

Frankfurt – Hat die Bundespolizei am Frankfurter Flughafen einen hochrangigen, afrikanischen Gesundheitsfunktionär bei seiner Einreise rassistisch behandelt? Diesen Vorwurf erhebt Ahmed Ogwell, geschäftsführender DIrektor der panafrikanischen Gesundheitsorganisation Africa CDC.

Ihm sei bei der Passkontrolle unterstellt worden, dass er illegal in Europa bleiben wolle. Ogwell befand sich auf dem Weg zum Berliner Weltgesundheitsgipfel. „Erst laden sie dich ein, dann demütigen sie dich“, hatte Ogwell auf Twitter geschrieben. Wegen der Probleme bei der Einreise habe er sich entschieden, „auf meinen schönen Kontinent zurückzukehren“.

Rassismus-Vorwürfe gegen Polizei: WHO-Generaldirektor ist besorgt

Der Vorfall hatte in sozialen Medien ein breites Echo gefunden. Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation WHO, äußerte sich besorgt. Anders bewertet die Bundespolizei die Ereignisse. Es habe sich um eine „standardisierte Einreiseüberprüfung bei einem visapflichtigen Drittstaatsangehörigen“ gehandelt.

„Die Einreisebefragung und notwendige Fahndungsabfrage dauerten trotz des unkooperativen Verhaltens des Reisenden nur vier Minuten und sind in jeder Hinsicht rechtmäßig durchgeführt worden“, schrieb die Polizei bei Twitter. Ein Polizeisprecher sagte, dass sich Ogwell geweigert habe, Fragen zu beantworten, „die wir jedem Reisenden“ stellen. Im Anschluss habe der Africa-CDC-Direktor einreisen dürfen und sei danach auch nach Berlin weitergeflogen. Ob Ogwell dies tatsächlich tat, lässt sich aktuell nicht überprüfen, denn der Mann hatte bei Twitter geschrieben, dass er nach Afrika zurückreisen wolle.

Rassismus-Vorwürfe gegen die Polizei sind keine Seltenheit

Reisende aus Ländern des Globalen Südens hatten in der Vergangenheit wiederholt darüber geklagt, dass ihnen die Einreise am Frankfurter Flughafen trotz gültiger Visa und offizieller Einladungen verweigert wurde. Der Flughafenbetreiber Fraport teilte mit, dass sie den Vorfall bedauere.

Als internationaler Flughafen heiße man alle Passagiere willkommen und toleriere keine Form von Diskriminierung oder Rassismus. Fraport legte Ogwell nahe, schriftlich weitere Informationen über den Vorfall einzureichen. Er solle zudem der Bundespolizei Rückmeldung geben.

Ogwells Organisation lässt Presseanfrage unbeantwortet

„Africa Centres for Disease Control and Prevention“ (Africa CDC), Ogwells Organsation, hat ihren Sitz in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba und ist eine gemeinsame Einrichtung der Mitgliedsstaaten der Afrikanischen Union. Ihre Aufgabe ist es, das öffentliche Gesundheitswesen auf dem Kontinent zu stärken. Die Organisation ließ eine Presseanfrage zu den Vorkommnissen am Wochenende zunächst unbeantwortet. (mse/epd)

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