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Der Flugangst davonfliegen

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Im Flugsimulator gehen nicht nur Pilotenträume in Erfüllung.

Schier hilflos mag sich der Laie vorkommen bei den vielen Knöpfen, Anzeigefeldern und Schaltern, die zu bedienen sind, um die Boeing 737 in die Lüfte zu heben. Eben dies ist aber die Aufgabe derjenigen Person, die ganz vorne im Cockpit des Flugzeugs Platz nimmt.

Bei der Joffi GmbH in Frankfurt muss, ja, soll das gerade kein fertig ausgebildeter Pilot sein. Das Unternehmen ermöglicht Otto Normalverbraucher, in einem Flugsimulator einmal Pilot zu spielen – und durchaus nicht nur für Menschen, die von der „Faszination Fliegen“ schon angesteckt sind, wenn sie kommen, sagt Joffi-Geschäftsführer Allan M. Loewi: „Wir sind natürlich keine Flugangst-Psychologen, aber wenn wir Menschen, die sich nicht trauen, mit dem Flugzeug zu fliegen, zeigen, wie das da vorne abläuft, kann das die Flugangst schon nehmen.“ Überdies gehört zu der halbstündigen Flugsimulation im 180 000 Euro teuren Cockpit auch ein Briefing, in dem Loewis Team etwa darüber aufklärt, warum die Rede von „Luftlöchern“ völlig daneben ist oder warum ein Flugzeug auch dann in der Luft bleibt, wenn eines seiner Triebwerke ausfällt.

Mit solchen Fragen kann der Laie die Joffi-Crew jedenfalls kaum in Verlegenheit bringen, schließlich kämen alle „aus der Fliegerei“, sagt Loewi. Der 65-Jährige war selbst Pilot, dann kam ihm in den 1990er Jahren die Idee, das Fliegen einem breiteren Publikum erfahrbar zu machen. „Damals hatte es die Luftfahrt schwer durch die Irak-Kuba-Krise, und dann kam 2001 auch noch der elfte September“, sagt Loewi.

Mit seinem Flugsimulator wollte er daher eine Lanze brechen fürs Fliegen – und nahm damit eine Vorreiterrolle ein, schließlich sei die Joffi GmbH deutschlandweit der dienstälteste Anbieter, der auf originalgetreue Flüge im Simulator setze, sagt er. Zu Hilfe kommt ihm dabei übrigens das gleiche Phänomen wie in einem stehenden Zug am Bahnhof, an dem die Bahn auf dem Nachbargleis zu fahren beginnt – und man erst selbst zu fahren glaubt. Das träge Hirn fliegt also immer mit bei Joffi, wenn das Flugzeug abhebt.

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