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Flüge ab Frankfurt nicht möglich: Streik am Flughafen

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Von: Jutta Rippegather

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Flugzeuge könnten am Boden bleiben
Flugzeuge könnten am Boden bleiben © Renate Hoyer

Die Sicherheitskontrollen am Frankfurter Airport bleiben am Dienstag zu. Gäste müssen umbuchen. Es gibt keine Alternativen, sagt die Betreibergesellschaft Fraport.

Schlechte Nachrichten für Flugreisende: Die Gewerkschaft Verdi ruft für diesen Dienstag, 15. März, das Personal des Sicherheitsdienstes am Flughafen Frankfurt zum ganztägigen Streik auf. An Deutschlands größtem Airport besteht demnach keine Möglichkeit, die Sicherheitskontrollen zu passieren. Fluggäste müssen ihre Reise auf einen anderen Tag verschieben, sagte eine Lufthansa-Sprecherin der Frankfurter Rundschau. Einzig die Umsteigerinnen und Umsteiger im Transitbereich bleiben an diesem Tag von dem Arbeitskampf unberührt.

Nach Angaben der Betreibergesellschaft Fraport waren für den 15. März rund 770 Flugbewegungen und etwa 79 000 Passagiere geplant. Wie viele Maschinen komplett am Boden bleiben werden, konnte eine Konzernsprecherin nicht sagen. Doch vermutlich werden die meisten Jets mit weniger Gästen als geplant in die Luft gehen: „Da die Kontrollstellen nach dem Luftsicherheitsgesetz nur von speziell ausgebildetem Personal betrieben werden dürfen, kann der Flughafenbetreiber kein anderes Personal zur Verstärkung an den Kontrollstellen einsetzen“, teilte Fraport am Montag mit.

Flughafen Frankfurt: Streik

Auch die Sprecherin der Lufthansa konnte am Montag nicht beziffern, wie viele Gäste betroffen sein werden. „Wir haben unserer Kundschaft empfohlen, erst gar nicht nach Frankfurt anzureisen“, erläuterte sie. Am Dienstag gebe es definitiv keine Möglichkeit, in Frankfurt eine Flugreise zu beginnen. „Es gibt leider keine Alternativen.“ Reisende müssten auf einen anderen Tag umbuchen oder stornieren.

Der Streik begleitet die laufenden Tarifverhandlungen, die am 16. und 17. März in Berlin fortgesetzt werden. Er begann am Montag an den Airports in Düsseldorf, Köln/Bonn, Berlin, Bremen, Hannover und Leipzig. Für Dienstag ruft Verdi nun die Kolleginnen und Kollegen an den Flughäfen Frankfurt, Hamburg, Stuttgart und Karlsruhe/Baden-Baden dazu auf, ihre Arbeit niederzulegen.

Grund ist, dass nach Angaben der Gewerkschaft in den bisher drei Verhandlungsrunden keine Einigung erzielt werden konnte. Verdi verhandele bundesweit für etwa 25 000 Branchenbeschäftigte mit dem Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS). Die Arbeitgeberseite habe zwar ein Angebot unterbreitet, das aber in den vergangenen Verhandlungen nicht erhöht wurde. Es greife in keiner Weise die Preisentwicklung auf und habe bereits Ende Februar zu Protesten und Streiks geführt.

„Die Arbeit der Luftsicherheitskräfte muss finanziell attraktiv bleiben, damit die dringend benötigten Fachkräfte gewonnen werden können“, erklärte Verdi-Verhandlungsführer Wolfgang Pieper. Alleine in Frankfurt würden aktuell mindestens 150 Fachkräfte benötigt, um lange Warteschlangen an den Kontrollen zu vermeiden. Der Stundenlohn müsse um mindestens einen Euro angehoben werden – bei einer Laufzeit von zwölf Monaten, sagte Pieper. „Schon jetzt gibt es einen Mangel an qualifizierten Arbeitskräften, die bereit sind, rund um die Uhr, an Wochenenden und an Feiertagen äußerst flexibel am Flughafen zu arbeiten.“

Flughafen Frankfurt: Fraport kritisiert Streik

Fraport appellierte an die Tarifpartner, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und eine einvernehmliche Lösung zu finden. „Die Luftfahrtbranche ist aktuell aufgrund der Pandemie sowie des russischen Angriffs auf die Ukraine stark getroffen“, sagte ein Konzernsprecher. „Ein solcher Streik ist eine zusätzliche und vor allem unverhältnismäßige Belastung.“

Selbstverständlich respektiere das Unternehmen das Streikrecht der Beschäftigten der Sicherheitsdienstleister. „Allerdings haben wir kein Verständnis für einen derart umfassenden Streik, der auf dem Rücken der Passagiere ausgetragen wird.“

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