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Viele Besucher wollten sich den Flohmarkt am neuen Standort anschauen und zum Stöbern nutzen.

Frankfurt

„Katastrophe“ - Händler und Besucher sind mit dem neuen Flohmarkt am Mainkai sehr unzufrieden

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Viele Besucher und Händler sind unzufrieden mit dem Flohmarkt, der erstmals am nördlichen Ufer stattfindet. Das Flair sei verloren gegangen und die Anreise für die Händler sei eine Katastrophe.

  • Traditioneller Flohmarkt in Frankfurt an dem Mainkai umgezogen
  • Verkäufer und Besucher sind entsetzt
  • Zu wenig Platz

Frankfurt - Dicht an dicht drängen sich die Menschen und bleiben immer wieder an den Seiten stehen, um an den Flohmarktständen nach Dingen zu schauen, die sie vielleicht gebrauchen könnten. Der Andrang ist am westlichen Teil des Mainkais höher als am östlichen, wo sich das Ganze etwas verläuft. 

Zum ersten Mal findet der traditionelle Flohmarkt am Samstag am nördlichen statt am südlichen Mainufer statt. Und während die Besucher an Ständen mit Elektronik, Büchern, Gemälden, aber auch Sonnencreme und Kleinkram vorbeischlendern, ahnen nur die wenigsten, was für Szenen sich am Morgen abgespielt haben.

Flohmarkt Frankfurt: Viel zu wenig Platz

„Es war eine Katastrophe“, sagt ein Händler, der namentlich nicht genannt werden möchte. Sein Sortiment habe er erst gegen 10 Uhr fertig ausgepackt gehabt, obwohl der Markt bereits um 9 Uhr begann. Zuvor gab es eine lange Schlange an Autos. Die Händler wollten zu ihren Standplätzen fahren, aber „die Straße ist zu eng“, sagt der Mann. Während also das erste Auto anhielt, um auszuräumen, mussten alle nachfolgenden Fahrzeuge warten. „Auf der anderen Seite war mehr Platz.“

Genau das ist der Grundtenor bei vielen, die man fragt. Corinna Eckhardt und ihr Mann haben ihren Stand am östlichen Teil des Mainkais. „Wir wussten nicht, wie es sein wird. Deswegen haben wir so wenig wie möglich mitgenommen“, sagt die Frau. Ihr Fazit: „Es ist okay.“ Überschwänglich klingt anders. „Drüben war es einfach schöner, es hatte mehr Flair.“ Am Südufer unter den Bäumen sei die Atmosphäre besser gewesen.

Flohmarkt Frankfurt: Eigentlich sollten die Billiganbieter fern bleiben

Standbesitzer Axel Dilly ist regelmäßig auf Flohmärkten und schlägt in dieselbe Kerbe. „Drüben hat es mehr Flair.“ Heute sei es chaotisch, aber das sei auch ganz normal, wenn ein neuer Standort zum ersten Mal bespielt würde. Seit 20 Jahren ist Dilly auf Flohmärkten, um Geld zu verdienen. „Ich könnte sonst nicht überleben.“ Er habe auch Stammpublikum, das regelmäßig zum Stand komme. Beim Flohmarkt am Hafen in der Lindleystraße sei er nie.

Den Flohmarkt am Hafen spricht auch Besucher Joachim Schairer an. „Der Charme der Lindleystraße wurde hier heute übertroffen.“ Der dortige Flohmarkt gilt als ramschig und ist nicht so angesehen wie der am Mainufer. „Es ist erschreckend, wie sich das Angebot heute darstellt.“ Das Ganze erinnere ihn eher an eine Industriebrache als an einen Flohmarkt. Die Atmosphäre, die es am gegenüber liegenden Mainufer gab, fehle völlig. „Der Plan dieses Standorts war ja auch, dass Billiganbieter wegbleiben, aber das hat nochmal überhand genommen.“ Das Niveau sei nicht gehoben worden. „Es ist unmöglich“, sagt Schairer.

Flohmarkt in Frankfurt: Zerstöre Frankfurter Kultur

Steffen Maiwald und Jelena Radosavljevic sind an den Ständen fündig geworden. Der junge Mann hält einen antiken Hocker in den Händen. Künftig soll er in ihrer Wohnung stehen. „Drüben hat es uns besser gefallen“, sagt er. Sie ergänzt: „Man muss abwarten, wie es sich entwickelt. Aber wenn es nicht klappt, muss der Flohmarkt zurück.“

Besucherin Ines Baumgarten findet es furchtbar – man zerstöre Frankfurter Kultur. Die Politik habe über die Köpfe der Menschen entschieden, moniert sie. Ihre Forderung: Im Sommer müsse der Markt zurück.

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