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Pia Würzburger befüllt den „Fairteiler“ am Gemeindezentrum der Galluskirche.
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Pia Würzburger befüllt den „Fairteiler“ am Gemeindezentrum der Galluskirche.

Flörsheim

Flörsheim: Kostenlose Lebensmittel für alle

  • Andrea Rost
    VonAndrea Rost
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In Flörsheim stellt die Initiative Foodsharing einen ersten „Fairteiler“ auf, an dem sich jeder und jede bedienen darf. Doch bei dem Pilotprojekt soll es nicht bleiben.

Der graue Schrank ist unscheinbar, und er steht gut geschützt unterm Vordach des katholischen Gemeindezentrums von Sankt Gallus in der Flörsheimer Hauptstraße. Einzig bunte Aufkleber weisen darauf hin, dass es hier frisches Obst und Gemüse gibt, Brot und Backwaren sowie lange haltbare und trockene Lebensmittel wie Reis, Nudeln oder Konserven.

Jeder, der vorbeikommt, darf sich etwas herausnehmen. Niemand kontrolliert, ob die Person bedürftig ist oder einfach nur einen Beitrag leisten möchte, dass genießbare Lebensmittel nicht in der Tonne landen.

Der Schrank am Pfarrgemeindezentrum heißt „Fairteiler“, Pia Würzburger hat ihn eingerichtet. Die Flörsheimerin ist eine von vier Botschafter:innen der Initiative „Foodsharing“, die im Main-Taunus-Kreis aktiv sind. „Der Schrank in Flörsheim ist unser Pilotprojekt im Landkreis“, sagt Würzburger. Die Lebensmittel, die hier eingelagert würden, stammten zumeist aus Supermärkten, von Bäckern und Landwirten, mit denen die Initiative kooperiere. 33 Partner gebe es insgesamt.

„Das Interesse, mit uns zusammenarbeiten, ist groß“, sagt Würzburger und betont: „Wir bekommen die Lebensmittel, die übrig bleiben, nachdem die Tafeln beliefert wurden. Wir sind die letzte Bastion vor der Mülltonne, nehmen niemandem etwas weg.“

Auch Privatleute könnten Lebensmittel in den Schrank legen – beispielsweise wenn vor der Urlaubsreise viel zu viel Obst oder für die Party die falsche Sorte Chips eingekauft wurde. „Wichtig ist, dass alles gut verpackt und beschriftet ist“, sagt Würzburger. Milchprodukte, Eier und Fleisch dürfen nicht in den Fairteiler, denn es gibt keine Kühlung. Auch selbst zubereitete Speisen sind tabu, ebenso wie Alkohol und Medikamente.

Eine Liste an der Seite des Schrankes zeigt, dass mehrmals täglich jemand zum Kontrollieren kommt, dass faules Obst oder verdorbenes Brot entfernt werden. „Bisher hat alles sehr gut funktioniert“, sagt Pia Würzburger. „Die Menschen gehen verantwortungsvoll mit dem Fairteiler um.“ Es habe noch keinen einzigen Fall von Vandalismus gegeben.

Die Resonanz in der Stadt sei positiv. Nicht nur unter den älteren Menschen, die noch Lebensmittelknappheit nach dem Krieg erlebt hätten, sondern auch bei den Jungen, die einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten wollten.

Weil sich niemand am Fairteiler ausweisen müsse, sei die Hemmschwelle gering, etwas herauszunehmen, weiß Würzburger. Die Stadt habe das Projekt sofort unterstützt und die Aufstellung des Schrankes genehmigt. Mehr als 500 Kilogramm Lebensmittel hat Foodsharing Main-Taunus seit Anfang September bereits über den Fairteiler in Flörsheim ausgegeben. Selbst 200 Kilogramm Kohlrabi, die ein Landwirt aus der Nachernte zur Verfügung stellte, fanden Abnehmer:innen.

Jetzt soll das Projekt auch in anderen Kommunen Fuß fassen. „Das Interesse ist groß, weitere Fairteiler im Main-Taunus-Kreis aufzustellen“, sagt Pia Würzburger. Die Zahl der Foodsharing-Mitglieder steige stetig. Innerhalb von nur einem Jahr habe sie sich auf 240 fast verdoppelt.

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