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Natalie Vu und Marc Oswald in der Rechneigrabenstraße.
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Natalie Vu und Marc Oswald in der Rechneigrabenstraße.

Frankfurt-Innenstadt

Flicken als Kunst

Die Frankfurter Künstler Natalie Vu und Marc Oswald retten kaputte Jeanshosen. Sie reparieren nicht nur Löcher und geplatzte Nähte. Sie machen aus dem Lieblingsstück ihrer Kunden auch ein Unikat.

Von Marc Strotmann

Konzentriert betrachtet Natalie Vu die vor ihr liegende Arbeit. Minutiös tastet sie einige Stellen ab, streicht über den robusten Stoff als handele es sich um einen zerbrechlichen Gegenstand. „Für uns ist die Jeans wie ein abstraktes Bild“, fasst Vu zusammen.

Die Jeans, zeitlos und robust, ist ein treuer Begleiter, gespickt mit Erinnerungen, Geschichten und dem vertrauten Tragegefühl – wären da nur nicht die Löcher, Risse und geplatzten Nähte, die irgendwann mal auftauchen! Doch wegwerfen muss man sie deshalb noch lange nicht. Die beiden Künstler Natalie Vu und Marc Oswald reparieren nicht nur Jeans, sie machen daraus auch ein Unikat.

„Für uns ist es wichtig etwas zu schaffen, das Individualität ausdrückt“, erklärt Vu die Idee des Jeansrettungsdienst, den sie gemeinsam mit Marc Oswald im Laden No1 in der Rechneigrabenstraße 1 anbieten. Löcher und zerrissene Nähte werden mit handwerklicher Akribie auf Vordermann gebracht und um eine ästhetische Note bereichert. Dafür nähen sie verschiedene Farbtöne oder grafische Elemente ein.

Vu und Oswald lernten sich in der Kunstszene Frankfurts kennen, er studierte Grafikdesign an der HFG, sie Malerei an der Städelschule. Neben ihrem Interesse für Kunst teilten beide ihre Vorliebe für Jeans. „Vor allem Marc hing immer sehr an seinen Jeans und wollte sie nicht wegwerfen“, berichtet Vu. „Allerdings war er mit den Rettungsversuchen des Schneiders nie zufrieden. Also haben wir uns dran gesetzt.“

Durch eine Ausbildung als Modedesignerin kannte sie sich mit der Nähmaschine aus. „Die ersten Jeans haben wir von oben bis unten umgearbeitet und vieles ausprobiert“, erzählt Vu von den Anfängen, die in einem Wohnatelier in Offenbach ihren Lauf nahmen. Mit der Zeit ließ sich das Kunstwerk blicken und als Freunde die beiden nach dem neuen Look ihrer Hosen fragten, reifte die Geschäftsidee. Vor drei Jahren folgte der Umzug nach Frankfurt.

Viele Stammkunden

Dass Natalie Vu und Marc Oswald ihre Wurzeln zur Kunst nicht verloren haben, offenbart ein Besuch ihres Arbeitsplatzes an der Rechneigrabenstraße. Es ist ein offener Raum, im dezenten Grau, mit Stickereien an den Wänden. Die Szenerie erinnert eher an eine Galerie als an eine Änderungsschneiderei. Künftig soll noch eine kleine Lounge das Ambiente abrunden.

Zudem wollen die Künstler ihren Dienst auch in anderen Städten anbieten und eigene Jeansmodelle designen. „Mit der Jeans ist es etwas schwieriger als mit anderen Modestücken, weil neue Farbkombinationen oft kitschig aussehen“, findet Vu. Ein Großteil der Kunden verlässt sich aber auf das Gespür der beiden Künstler, viele von ihnen sind Stammkunden. Wer möchte, kann auch seine eigenen Wünsche für den neuen Look der Jeans äußern.

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