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Bei der Fledermausnacht 2021 im Frankfurter Stadtwald war das Musical „ Tanz der Vampire“ zu sehen.
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Bei der Fledermausnacht 2021 im Frankfurter Stadtwald war das Musical „ Tanz der Vampire“ zu sehen.

Frankfurt

Fledermäusen im Stadtwald auf der Spur

  • VonSabine Schramek
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Bei der Fledermausnacht im Stadtwald führt Reiner Berg Familien zu beliebten Plätzen der Tiere.

Lennox (6) sieht sie als Erster. „Da, da, da!“ ruft der Junge, der ein schwarzes T-Shirt mit einer fetten roten Spinne im Spinnennetz trägt, aufgeregt und zeigt nach oben. Längst ist das huschende Etwas im Dunkel wieder verschwunden, aber der Bat-Detektor von Reiner Berg bestätigt es knarrend. Die Fledermäuse sind aufgewacht und auf der Jagd nach Insekten unterwegs.

„Nicht nur das“, verrät der Mann vom Stadtwaldhaus, den seit seiner Kindheit alles fasziniert, was in der Natur kreucht und fleucht. „Jetzt ist Paarungszeit und wenn sich die Fledermäuse verfolgen, muss es nicht unbedingt wegen Nahrungssuche sein“, erklärt er.

Fast stockdunkel ist es, als Berg mit Kindern und Erwachsenen am Samstagabend vom Stadtwaldhaus aus im Licht von Handytaschenlampen durch den Wald zum Jacobiweiher geht. Sein Bat-Detektor knarrt. Über den Köpfen huscht es ununterbrochen. „Langohrfledermäuse kann man relativ leicht erkennen“, so Berg. „Sie stellen im Flug ihre Ohren nach vorne“. Viel zu schnell huschen die possierlichen Insektenfresser durch die Nacht, um sie zu unterscheiden. Manche rasen fast, andere segeln im Zickzack.

Ob es Bechsteinfledermäuse, Abendsegler oder Mausohren sind, weiß niemand so genau. Nur am Ufer des Weihers, der von der Dunkelheit fast verschluckt wird, ist es klar. „Fledermäuse, die über dem Wasser flattern, sind Wasserfledermäuse. Zuerst trinken sie im Flug einen Schluck, dann jagen sie mit ihren Mäulchen und Pfoten nach Insekten aller Art“, erläutert Berg leise.

Fledermäuse sind bedroht. Sie wohnen gern in Spalten an Häusern und Baumlöchern. Die Wälder sterben, Häuser werden ohne Kanten und Spalten gebaut, Insekten werden weniger. „Auch wenn sich Fledermäuse jetzt paaren, kommen die Jungen erst im Frühjahr auf die Welt. Im Winter halten Fledermäuse Winterschlaf, weil es keine Insekten gibt. Sie fahren ihre Körpertemperatur von 40 auf 25 Grad Celsius herunter. Erst wenn es wärmer wird, gebären sie kopfüber ihre Jungen und fangen sie mit ihren Flügeln auf“, erzählt Berg. „Im Sommer leben die Weibchen als Kolonien in Bäumen zusammen und ziehen dort ihre Jungen auf.“

Er führt die Gruppe an einen Ort im Wald, der voller Wurzeln und Aststücken ist. Mit der Taschenlampe leuchtet er eine über 200 Jahre alte Buche an, deren Rinde sich schält. „Solche Plätze lieben sie“, sagt der Fachmann. Nicht weit entfernt zeigt er eine andere uralte Buche, die am Stamm eine bräunliche senkrechte Spur zeigt. Über den Köpfen huscht und flattert es.

„Hier wohnt eine Kolonie“, erklärt Berg. Die braunen Spuren seien Kot und Urin der Fledermäuse. Wenn es der Kolonie zu schmutzig ist, zieht sie um. Deshalb braucht der Wald viele alte Bäume, damit die Fledermäuse genug Lebensraum finden. Die Kolonien können aus 20 bis 100 Tieren bestehen.

Langsam geht es zurück zum Stadtwaldhaus. Zum Abschluss gibt es das Musical „Tanz der Vampire“ live unter Sternenhimmel. Ganz ohne Dracula geht es nicht. Die Fledermäuse suchen an Lichtquellen nach Faltern zum Abendbrot und huschen durch Scheinwerferlicht. Die Mystik bleibt.

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