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Spatenstich an der IGS Riedberg-Kalbach. Für viele weitere Schulen fehlen Bauplätze.

Schulentwicklung

Frankfurt sucht dringend Flächen für neue Schulen

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Auf dem Plan hat die Stadt Frankfurt einige Schulen stehen, die schon längst eröffnet haben sollten. Doch sie hinkt dem Plan hinterher.

Für nächstes Schuljahr ist inzwischen klar, wo die Frankfurter Schülerinnen und Schüler zur Schule gehen werden. Die Plätze reichen für alle, auch weil eine integrierte Gesamtschule und eine Grundschule eröffnen. Doch wo die steigende Anzahl an Schülerinnen und Schülern im Jahr 2020 untergebracht werden soll, ist noch ungewiss. Neugründungen von Schulen sind nicht in Sicht. „Es gibt noch keine einzige Liegenschaft für eine neue Schule im nächsten Jahr“, sagt Jetta Lüdecke, Referentin von Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD).

Dabei wird weiterhin mit steigenden Schülerzahlen in der wachsenden Stadt gerechnet. Deswegen gibt es auch Schulentwicklungspläne: Wo werden wann neue Schulen gebraucht. Fürs nächste Jahr stehen zwei neue Gymnasien in Frankfurt auf der Liste. Eines in Mitte-Nord, eines im Osten. Jedes Jahr aktualisiert die Bildungsdezernentin seit ihrem Amtsantritt 2016 die Pläne, um sie dem Bedarf immer wieder anzupassen. „Wir beschreiben, was notwendig ist und können aber danach auch nur auf Arbeitsergebnisse warten“, sagt Lüdecke. Denn für die Umsetzung der Pläne ist Baudezernent Jan Schneider (CDU) verantwortlich. Er muss die Flächen finden, er muss sie bebauen. Aber Liegenschaften sind in der Stadt schwer zu finden. Oder sehr teuer.

Lesen Sie dazu den Kommentar: Frankfurt muss in der Bildung Prioritäten setzen

Vor allem für Grundschulen werden Flächen benötigt. Allein im Plan aus dem Jahr 2015 von Webers Vorgängerin stehen vier Grundschulen, die eigentlich schon längst eröffnet haben sollten: in Bockenheim, Unterliederbach, Niederrad und im Gallus. Nach den aktualisierten Plänen hätte das Ostend dieses Jahr eine Grundschule bekommen sollen. Für Bornheim und Seckbach sollte eine im nächsten Jahr entstehen. Die Schulen fehlen – doch die Schüler sind da. Lüdecke spricht von einem „absoluten Notstand“. Denn „wir brauchen diese Schulen dringend“.

Manchmal gibt es noch nicht einmal eine Idee

Für manche Schule gibt es einen Standort, der noch umgebaut werden muss. Für andere Vertragsverhandlungen über eine Fläche. Für einige existiert so etwas wie eine Idee, wo gebaut werden könnte. Manchmal gibt es aber nicht einmal die. In den meisten Fällen ist nichts konkret, nichts sicher. Und über Nacht entstehen die Schule dann auch nicht. 18 Schulgründungen stehen auf dem Programm bis 2023. Demnächst werden möglicherweise weitere hinzukommen. Denn Weber wird bald die diesjährige Aktualisierung des Schulentwicklungsplans vorlegen.

Nötig wären neue Schulen auch etwa im Gutleutviertel. Da werden die Grundschüler mit dem Schulbus ins Bahnhofsviertel zur Karmeliterschule gefahren, weil dort der Hauptschulzweig der Grundschule aufgelöst wurde und etwas Platz ist. Auch in den integrierten Gesamtschulen (IGS) ist es dieses Jahr eng. „Wo es ein Gymnasium gibt, brauchen wir prinzipiell auch eine IGS“, sagt Lüdecke. Und an den bestehenden Haupt- und Realschulen sollen Kapazitäten erweitert werden.

Wenn nun nächstes Jahr keine neuen Schulen eröffnen, dann müssten die bestehenden mehr Kinder aufnehmen. mehr Klassen in den vollen Schulen unterbringen. Im Gymnasialbereich seien da „die Kapazitäten auch noch nicht ganz ausgereizt“, sagt Lüdecke. Aber ein ständiger Zustand könne das eben nicht sein.

Das sieht auch Stadtelternbeirat Eckhard Gathof so. Aber Schulbusse, die Grundschüler in andere Stadtteile transportieren, sind für ihn ein „No-Go“, sagt er. „Es heißt nicht umsonst: kurze Beine, kurze Wege“. Es gebe schließlich Schulbezirksgrenzen, damit die Kinder in der Nähe vom Wohnort zur Schule gehen. „Da muss sich die Stadt jetzt mal etwas einfallen lassen, um an Flächen zu kommen“, sagt Gathof. „Und wenn man jedes Grundstück in Frankfurt einzeln ablatschen muss, um es anzuschauen.“

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