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First Frau zu Besuch

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Von: Kathrin Rosendorff

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Daniela Schadt zu Besuch in der Hostatoschule.
Daniela Schadt zu Besuch in der Hostatoschule. © Andreas Arnold

Daniela Schadt, Lebensgefährtin von Bundespräsident Joachim Gauck, vergibt an der Hostatoschule Zeugnisse und hört den Schülern zu.

Auf dem Schulhof der Außenstelle der Hostatoschule steht am Freitagabend ein schwarzer Mercedes mit dem Berliner BD-Zeichen. Es ist der Dienstwagen von Daniela Schadt, der Lebensgefährtin von Bundespräsident Joachim Gauck. Die gebürtige Hanauerin ist zehn Minuten zu früh gekommen und sitzt bereits im Sitzkreis mit neun Schülern. Unweit davon sind ihre zwei Bodyguards. Die 56-Jährige ist eingeladen, sich mit den Jugendlichen über das Projekt „Teach First Deutschland“ zu unterhalten. Das ist eine deutschlandweite gemeinnützige Bildungsinitiative mit dem Ziel, ein Programm zur Verbesserung der Chancengerechtigkeit im Bildungswesen aufzubauen. So gibt es eine Art Mentor für die Schüler, der wird Fellow genannt und ist Jan Schierkolk.

Hochschulabsolventen werden für zwei Jahre an sogenannte Brennpunktschulen geschickt. Schierkolk hilft so auch Schülern, die ohne eine Wort Deutsch nach Deutschland gekommen sind. Wie Levry. Der 16-Jährige trägt Baseballkappe und erzählt, dass er erst vor einem Jahr aus der Dominikanischen Republik hierher gekommen ist. Neben ihm sitzt Veerta, 16. Ihre Mutter ist Inderin, der Vater Italiener. „Vor einem Jahr bin ich nach Deutschland gekommen.“ Beide sprechen erstaunlich gut Deutsch „Und wie viele Sprachen sprichst du?“, fragt Frau Schadt. „Mit Deutsch sind es jetzt fünf“, sagt Veerta stolz. Sie sagt später, dass sie bislang nur mal den Mann von Frau Schadt im TV gesehen habe. „Sie kannte ich nicht. Aber sie ist sehr nett.“

Veerta erzählt dann der Hausherrin des Schloss Bellevues, dass ihr die Rap-AG sehr geholfen habe, die neue Sprache so schnell zu lernen. Als Schadt hört, dass Veerta mit der Idee spielt, Rapperin zu werden, sagt sie: „Also Rapperin ist sehr schön, aber erst mal eine Ausbildung machen, okay?“ Veerta lacht und nickt. Sie hat auch schon ein Praktikum im Hotel gemacht. Schadt ist ernsthaft an den Schülern interessiert. „Solche Termine sind mein Alltag und nicht die großen Empfänge, die in den Zeitschriften erscheinen.“

Als eine Schülerin der Ex-Journalistin berichtet, dass sie gerade ein Praktikum bei der Post gemacht hat, sagt Schadt: „Ich habe früher auch mal bei der Post als Briefträgerin gejobbt. Das frühe Aufstehen war schrecklich, aber dafür konnte man mittags schon ins Schwimmbad.“

Nicht alle Schüler sind Flüchtlinge, oder im Ausland geboren, manche sind auch hier aufgewachsen. Aber auch sie profitieren beim Projekt „Digitale Helden“ , da geht es um Sicherheit im Netz, oder bei der Praktikumssuche. Hamza erzählt, dass er später bei der Bundespolizei arbeiten will. „Vielleicht beschütze ich dann ihren Mann.“ „Bist du ausgebildet bist, sind wir schon lange nicht mehr da“, sagt Schadt und lacht. Und weil heute auch Abschlussfeier der Klassen 9 und 10 ist, vergibt die First Frau noch die Zeugnisse.

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