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Unternehmen

Firma in Frankfurt will mit Geld Gutes tun

  • Hanning Voigts
    VonHanning Voigts
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Die Frankfurter Firma Bullfinch will Investitionen in die Energiewende erleichtern.

Nein, Robin Haack würde wohl eher nicht gemeinsam mit „Fridays for Future“ auf die Straße gehen. Aber in zwei zentralen Punkten teilt der 34-jährige Finanzberater die Ansichten der jungen Klimaschützer:innen durchaus: Erstens hält er einen raschen Ausstieg aus der fossilen Energie und eine Entkarbonisierung der Wirtschaft für nötig. Und zweitens findet auch Haack, dass die Finanzbranche das Thema Energiewende bisher nicht ausreichend beachte.

Ursprünglich habe er mal „etwas Gutes tun“ und daher Medizin studieren wollen, sagt Haack, CEO des in Frankfurt ansässigen Finanzdienstleisters Bullfinch AG. Nach einem BWL- und Managementstudium sowie vielen Jahren als Berater für Investmentbanken und Vermögensverwalter in Deutschland und den USA sei er aber mittlerweile davon überzeugt, dass man auch als Finanzmanager einen „positiven Impact“ für die Zukunft des Weltklimas haben könne. Denn wenn die Energiewende gelingen solle, brauche es riesige, dezentrale Investitionen – und auch „ein bisschen Unternehmertum“.

Die Finanzbranche tut sich aus Haacks Sicht mit Investitionen in neue, grüne Technologien bislang schwer. Das liege aber nicht unbedingt an mangelndem ökologischem Bewusstsein der Mitarbeiter:innen von Fonds und Investmentbanken, sondern daran, dass die Branche „von Haus aus skeptisch gegenüber Neuem“ sei. Risiken, Unsicherheiten und langfristige Projekte würden gescheut, eher in kurzfristige Gewinne und Altbekanntes investiert. Neue Technologien hätten es daher schwer, sich durchzusetzen. Und Fonds oder Lebensversicherer bewegten so große Summen, dass sie sich für kleinere Projekte gar nicht interessierten. Dabei habe gerade die Energiewende viel mit Solaranlagen auf Häusern, Wärmepumpen und privaten Ladestationen für E-Autos zu tun, sagt Haack – also mit sehr kleinen Krediten zwischen 10 000 und 50 000 Euro.

Große Investoren und kleine Investitionen in erneuerbare Energien zusammenzubringen, ist daher die Strategie von Haacks Start-up Bullfinch. Das Unternehmen wurde 2019 gegründet, hat aktuell etwa 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und wächst stetig. Bullfinch kooperiert mit lokalen Firmen, die etwa Solaranlagen verkaufen oder vermieten, und schnürt aus vielen Kleinprojekten Investitionspakete, die dann auch für große Fonds und Banken interessant werden.

Insbesondere Rentenfonds mit ihren langfristigen Verbindlichkeiten eigneten sich für Investitionen in die Energiewende, sagt Haack. Und der Markt sei riesig: Allein in der EU müssten laut OECD in den nächsten 30 Jahren 25 Billionen in die Energiewende investiert werden.

Daher würden Firmen wie Bullfinch, die Kleinprojekte durch Digitalisierung bündeln könnten, mehr und mehr ernst genommen, sagt Haack. „Vor fünf Jahren wurde ich noch deutlich komischer angeguckt.“ Derzeit bewege Bullfinch Investitionen im einstelligen Millionenbereich, bis Ende des Jahres solle die Zahl vor den sechs Nullen zweistellig werden. Haack ist überzeugt: Die Energiewende und grüne Technologien sind auch für seine Branche ein Zukunftsthema.

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