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Aufbau in der City: Filmstill aus "Wiedergeburt einer Weltstadt" von 1952.

Stadtentwicklung in Frankfurt

Filmreihe über Frankfurts Stadtentwicklung

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Eine Filmreihe beschäftigt sich vom 26. September bis zum 30. Oktober in 70 Werken mit Frankfurts Stadtentwicklung und Architektur.

Alles ist auf Zelluloid festgehalten. Die Veränderungen der Großmarkthalle, der Bau der U-Bahn und des Messeturms, Bockenheims bröckelige Fassaden vor der Sanierung. Rundgänge über die Internationale Luftschifffahrt-Ausstellung 1909, Aufnahmen vom Brand des Kaufhauses Schneider 1968 auf der Zeil oder Szenen aus dem Waldstadion. Doch viele der Zeitzeugnisse waren versackt in unterschiedlichen Archiven oder in Privatbesitz von Sammlern und Filmemachern. Das Filmkollektiv Frankfurt hat sie wieder zutage befördert und dazu ein umfangreiches Programm zusammengestellt.

Bis Ende Oktober zeigt der kleine gemeinnützige Verein in 15 Vorstellungen die Filmreihe „Architektur und Stadtentwicklung in Frankfurt“. Anlässlich der Altstadteröffnung sind bis Ende Oktober mehr als 70 Filme zu sehen. Die Werke von 1889 bis heute werden an mehreren Veranstaltungsorten der Stadt gezeigt, etwa im Filmmuseum, der Nordweststadt oder dem Filmforum Höchst.

Die Idee zu der Reihe hatte Mitglied Felix Fischl. Das Projekt war dem 34-Jährigen „ein persönliches Anliegen“. Es gebe so viele Themen zu Frankfurt, die nicht bekannt seien, sagt er, und so viele Filme, die noch nicht gezeigt worden seien oder von deren Existenz das Frankfurter Publikum nicht mal etwas wisse. „Das ist ein ganz schöner Schatz, den die Stadt da hat, der darf nun geöffnet werden.“

Fischl schrieb Archive an, setzte sich mit dem Historischen Museum sowie dem Stadtarchiv in Verbindung und fragte Filmemacher. In letzter Zeit sei er sieben Tage die Woche mit dem Projekt beschäftigt gewesen, „viel geschlafen habe ich nicht“. Immer wieder tauchten neue Filme auf. Um sie zu sehen, musste er in Archive gehen. Denn die meisten gibt es natürlich nicht digital. Sie werden auch dem Publikum im Originalformat gezeigt (35, 16 oder 8 Millimeter). Neben von der Stadtverwaltung beauftragten Imagefilmen, setzten sich Amateure und freie Filmemacher auf individuelle Weise mit dem Stadtbild auseinander, dokumentierten nicht nur, sondern kritisieren auch. Die meisten dauern nur wenige Minuten, lediglich drei längere Filme sind dabei.

Die ersten drei Termine beschäftigen sich mit der Altstadt, ihrer Geschichte und ihrem wechselndem Aussehen. Filme zeigen die Entwicklung des Areals zwischen Dom und Römer von den 1920er Jahren bis heute. Amateurfilmer haben enge Gassen und Fachwerk vor dem Zweiten Weltkrieg festgehalten oder Trümmer nach den Bombenangriffen, ein Film im Auftrag der Stadtverwaltung zeigt den Wiederaufbau nach dem Krieg.

Einführungen zu den Werken geben Filmwissenschaftler und Stadtforscher, mit zahlreichen Regisseuren werden Gespräche geführt. Parallel zur Ausstellung erscheine ein Buch, sagt Fischl, das zwölf Aufsätze, sehr viele Fotos und eine kommentierte Filmografie aller zu dem Thema recherchierbaren Filme beinhalte.

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