Karstadt Frankfurt: Das einstige Premiumhaus an der Zeil soll bis mindestens 2025 erhalten bleiben. Danach könnte dort laut einem Vorschlag eines Grünen-Politikers ein Zentrum für Filmfestivals errichtet werden.
+
Das Karstadt-Einkaufszentrum auf der Zeil soll bis mindestens 2025 erhalten bleiben. Danach könnte dort laut einem Vorschlag eines Grünen-Politikers ein Zentrum für Filmfestivals errichtet werden.

Kultur

Frankfurter Zeil: Filmfestivals auf dem Karstadt-Gelände ab 2025 im Gespräch

  • Claus-Jürgen Göpfert
    vonClaus-Jürgen Göpfert
    schließen

Ein Karstadt-Gelände an der Frankfurter Zeil könnte bald zum Zentrum für Filmfestivals werden – Eine Idee des Grünen-Politiker Sebastian Popp.

  • Ein Karstadt-Kaufhaus soll bis 2025 erhalten bleiben.
  • Danach könnte auf dem Areal ein Zentrum für Filmfestivals entstehen, schlägt ein Grünen-Politiker vor.
  • Kulturdezernentin Ina Hartwig hofft trotzdem, dass die Arbeitsplätze erhalten bleiben.

Frankfurt - Im Jahre 2016 war das Projekt Teil der Koalitionsvereinbarung von CDU, SPD und Grünen im Römer. Die drei Parteien, die seither Frankfurt am Main regieren, einigten sich auf die Einrichtung eines „Film- und Festivalzentrums“ für den nichtkommerziellen Film. Und die Grünen im Römer können sich jetzt sehr gut vorstellen, dass dieses Zentrum auf dem Karstadt-Gelände an der zentralen Fußgängerzone Zeil entsteht, wenn 2025 dort das Karstadt-Kaufhaus geschlossen wird.

„Wir müssen die zunehmende Uniformiertheit der Frankfurter Innenstadt bekämpfen“, sagt Grünen-Fraktionschef Sebastian Popp. Statt immer neuer Filialen von Handelsketten brauche es „Kultur und Handwerk“ in der City. Der Politiker fordert außerdem, in der Innenstadt „mehr Rückzugsorte und Ruhezonen“ zu schaffen.

Auch mehr Grünflächen müssten dort entstehen, auch begrünte Innenhöfe, außerdem weitere „Parkgaragen für Fahrräder“. Insgesamt müsse es das Bestreben der Stadtplanung sein, die Aufenthaltsqualität für die Menschen in der Innenstadt zu erhöhen.

Als einen Baustein dafür sieht Popp den Bau eines „Film- und Festivalzentrums“ auf dem Karstadt-Areal. Um dies zu ermöglichen, müsse die Stadt allerdings die Fläche von ihrem privaten Besitzer erwerben. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für eine solche Transaktion seien günstig, die Zinsen für Kredite sehr niedrig.

Für eine nichtkommerzielle Filmeinrichtung macht sich Popp nicht von ungefähr stark. Der Grünen-Politiker war Gründungsvorsitzender der Hessischen Vereinigung der Filmwirtschaft und leitete zehn Jahre lang das Filmfestival edit. Und er ist seit geraumer Zeit schon selbstständiger Filmproduzent in Frankfurt und gilt als exzellenter Kenner der Szene.

Nach seinen Worten suchen gerade die zahlreichen nichtkommerziellen Kinofestivals in Frankfurt händeringend nach einem Aufführungsort. „Die Festivals tun sich sehr schwer in Frankfurt“, urteilte Popp. Das gelte für „Lichter“ ebenso wie für die „Nippon Connection“, für das türkische oder für das afrikanische Filmfestival.

Hier befindet sich das Kaufhaus Karstadt auf der Frankfurter Zeil

Ein Filmzentrum auf der Zeil könne aber „auch künftig der Ort sein, um den Hessischen Filmpreis zu verleihen“, findet Popp. Derzeit wird diese Gala in der Alten Oper organisiert. Tatsächlich wird schon seit längerer Zeit darüber diskutiert, auch den Hessischen Filmpreis neu aufzustellen und ihm mehr Ausstrahlung zu verschaffen.

Grundsätzlich brauche Frankfurt am Main aber außerdem „ein großes repräsentatives Kino für überregionale Premieren“, sagte der Grünen-Fraktionschef. Deshalb müsse das Zentrum an der Zeil auch in Zusammenarbeit mit einem privaten Kinobetreiber entstehen.

Die Stadt und die Kinoszene könnten sich ein solches Gebäude zeitlich und organisatorisch teilen. Popp hält einen großen Kinosaal mit bis zu 600 Sitzplätzen und mehrere kleinere Kinos für erforderlich. Er weckt die wehmütige Erinnerung an das große „Royal“-Kino an der Schäfergasse in der Frankfurter Innenstadt, in dem es in der Tat früher überregionale Filmpremieren gegeben hatte.

Die Grünen stellen sich den großen Saal eines Kinozentrums an der Zeil aber multifunktionell vor: Er soll auch als Raum für Podiumsdiskussionen und andere kulturelle Veranstaltungen nutzbar sein. Popp will diese Ideen jetzt in die Römer-Koalition mit CDU und SPD einbringen.

Das städtische Kulturdezernat hat eine Machbarkeitsstudie zu einem Film- und Festivalzentrum in Frankfurt in Auftrag gegeben. Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) hofft aber, dass die Arbeitsplätze bei Karstadt über das Jahr 2025 hinaus erhalten bleiben, wie ihre Sprecherin Jana Kremin sagte. (Von Claus-Jürgen Göpfert)

In den vergangenen Monaten ging es auf und ab mit dem Karstadt Einkaufszentrum auf der Zeil. Erst sollte das Kaufhaus Ende Oktober schließen, dann wurde es doch gerettet und soll nun bis 2025 erhalten bleiben. Doch trotz der guten Nachricht liegen die Nerven unter den Mitarbeitenden weiter blank. Zudem sind auf der Zeil noch weitere Veränderungen geplant.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare