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Filialnetz der Frankfurter Volksbank wird dünner

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Die Frankfurter Volksbank bietet zunehmend SB-Stellen ohne Personal. Die Zahl der Geschäftsstellen sinkt.

Trotz eines deutlich schlechteren Betriebsergebnisses als im Vorjahr hat die Frankfurter Volksbank nach Worten der Vorstandsvorsitzenden Eva Wunsch-Weber ein gutes Jahr hinter sich. Angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen sei sie mit dem Ergebnis sehr zufrieden, sagte sie am Dienstag bei der Vorstellung der Jahresbilanz.

Wunsch-Weber wies etwa auf das starke Wachstum im Kundengeschäft hin: die um eine Rekordsumme gewachsenen Kundeneinlagen und den leichten Anstieg des Kreditvolumens. Auch der Provisionsüberschuss habe sich gut entwickelt. Das Ergebnis „vermasselt“ habe der Volksbank der Kapitalmarkt. Sie habe unter der im vergangenen Jahr negativen Wertentwicklung in fast allen Anlageklassen gelitten.

Das Jahr 2018 sei für die Volksbank wie „ein Marathon mit 15 Kilo auf dem Rücken“ gewesen, sagte Wunsch-Weber. Stark geprägt war es von den Fusionen mit der Vereinigten Volksbank Maingau mit Sitz in Obertshausen (Kreis Offenbach) und der Volksbank Griesheim. Mit dieser hat die Frankfurter Volksbank ihre Position als mitgliederstärkste Volksbank in Deutschland ausgebaut. Nach Bilanzsumme ist nur die Berliner Volksbank noch etwas größer. Das Geschäftsgebiet hat sich nach Südosten deutlich vergrößert.

Die Fusion habe die Frankfurter Volksbank neun Millionen Euro gekostet, sagte der frühere Vorstandschef der Vereinigten Volksbank Maingau, Michael Mengler, der nun Co-Vorstandsvorsitzender der Frankfurter Volksbank ist. Es sei aber gelungen, das Zusammenwachsen der Banken für die Kunden der bisher eigenständigen Volksbanken fast unbemerkt vonstattengehen zu lassen. Diese hätten sich zwar an eine neue Iban gewöhnen müssen, profitierten aber von einem größeren Angebot, etwa im Bereich Wertpapiergeschäft, hieß es.

Die Zahl der Filialen allerdings ist im vergangenen Jahr deutlich gesunken. Statt 113 Geschäftsstellen gibt es im Geschäftsgebiet, das inzwischen von Dieburg bis Weilburg, von Nidderau bis Mörfelden-Walldorf reicht, nur noch 99 Filialen mit Personal. Die Zahl der SB-Stellen, in denen die Kunden lediglich Automaten vorfinden, ist im gleichen Zeitraum von 58 auf 67 gestiegen, auch die Zahl der Geldautomaten stieg leicht.

Um Kosten zu sparen, arbeitet die Frankfurter Volksbank zunehmend mit Partnern zusammen, etwa Sparkassen. Mindestens 16 gemeinsam genutzte SB-Stellen gebe es bereits, hieß es am Dienstag auf Fragen hin, allerdings noch keine in Frankfurt. Solche Partnerschaften seien ein Zukunftsmodell.

Wunsch-Weber betonte, es gebe keine „Streichliste“ für Filialen, die es abzubauen gelte. Weiterhin bleibe man auch offen für neue Standorte. Geplant sei etwa eine neue Geschäftsstelle in Nidderau. „Aber natürlich beobachten wir sehr genau, wo die Kunden in unsere Filialen strömen und wo der Besuch abnimmt“, sagte die Vorstandschefin.

Hintergrund: Die Bilanz

Die Frankfurter Volksbank hat im vergangenen Jahr ein Betriebsergebnis von 90,1 Millionen Euro erzielt. Das ist ein Minus von 22,3 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr.

Der Zinsüberschuss brachte lediglich 212,8 Millionen Euro ein, 4,8 Prozent weniger als im Vorjahr.

Die Bilanzsumme wuchs auf 12,1 Milliarden Euro. Damit ist das Institut die zweitgrößte deutsche Volksbank.

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