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Der Jugendclub sieht drinnen schicker aus.

Niederursel

Anlaufstelle für die jungen Leute

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Der Jugendclub Kleines Zentrum feiert seine Wiedereröffnung. Tonstudio und ein Mädchenraum zählen jetzt zum Inventar.

Hausaufgabenbetreuung, Vorbereitung für Bewerbungen, Krisenbewältigung, Spiel- und Sportangebote oder ein gemeinsames Mittagessen – der Jugendclub Kleines Zentrum ist weit mehr als ein Treffpunkt für Jugendliche. Für viele ist er ein zweites Zuhause. Seit vierzig Jahren gibt es die Einrichtung in der Nordweststadt. Ihren runden Geburtstag feiert sie mit der Wiedereröffnung nach viermonatigem Umbau.

„Vom Boden bis zur Decke – alles ist neu“, sagt Einrichtungsleiterin Kathrin Szameitat am Mittwoch, dem ersten regulären Öffnungstag nach der Sanierung. Die war längst überfällig. Fast 30 Jahre wurde an der Einrichtung in der Thomas-Mann-Straße 6 nichts gemacht. „Jetzt haben wir tolle, neue Räume“, freut sich Barbara Weichler, Geschäftsführerin des Trägervereins Junularo.

Neben den hell und freundlich renovierten Zimmern lockt der Club mit einer Reihe Neuerungen. „Auf unseren Mädchenraum sind wir stolz“, betont Szameitat. In Lilatönen angestrichen, mit einem Sofa, einem Fernseher und einer Musikanlage ausgestattet, lädt er die Club-Mädels zum gemütlichen Beisammensein ein. „Zurzeit besuchen uns zu 85 Prozent Jungs, das wollen wir ändern“, erklärt die Einrichtungsleiterin. „Viele Eltern möchten nicht, dass ihre Mädchen dieselben Räume nutzen wie die Jungs, deshalb war uns diese Sicherheitszone ein Anliegen.“

Ein weiteres Highlight ist der Playstation-Raum mit 70-Zoll-Flatscreen. Hier spielt eine Gruppe Jungs FIFA. „Das ist echt cool“, ruft einer von ihnen. Vor allem, weil die Jugendlichen bei den monatlichen Vollversammlungen des Clubs über alle Anschaffungen und Ausflugsziele mitentscheiden dürfen. „Wir verfolgen einen partizipativen Ansatz“, erklärt Szameitat. „Die Jugendlichen dürfen eigene Ideen einbringen und aktiv an der Umsetzung mitwirken.“ Auch bei der Sanierung hätte sich eine Gruppe von 15 jungen Leuten engagiert – vom Kostenvoranschlag über die Wahl der Wandfarbe bis hin zur Einrichtung.

Zwischen 25 und 60 Jugendliche aus Niederursel, Heddernheim, Ginnheim, Praunheim, Riedberg oder Kalbach besuchen den Club. „Die meisten kommen aber hier aus der Nordweststadt“, sagt die Einrichtungsleiterin. „Viele von ihnen stammen aus beengenden Verhältnissen und brauchen solche Räume, solche Rückzugsorte“, sagt Junularo-Geschäftsführerin Weichler. „Einige scharren schon an der Tür und warten, dass sie endlich alt genug für den Club sind.“ Das Eintrittsalter liegt bei zwölf Jahren.

Seit der Wiedereröffnung verfügt der Jugendclub auch über ein eigenes Tonstudio, das die Firma Auren sponserte. „Ab Januar wollen wir das groß aufziehen“, verrät Szameitat. Dann wollen die Betreuer Songwriting-Workshops anbieten und eine Gruppe Jugendlicher schulen, die später die Anlage betreuen soll. Sie sollen den anderen Kindern erklären, wie die Ton- oder Videoaufnahme funktioniert, wie ein Beat erstellt oder Musik geschnitten wird.

„Wir erwarten einen starken Zulauf“, sagt Szameitat. „Der Jugendclub in Praunheim hat auch ein Studio und platzt seither aus allen Nähten.“ Mehr Personal braucht es dann. Auch, weil das Sportangebot größer aufgezogen werden soll. „Wir wollen wieder Box-Kurse anbieten und vielleicht Tanzen für Mädchen. Auch für die Hausaufgabenbetreuung und für die Wiederauflage unseres pädagogischen Mittagstischs brauchen wir Honorarkräfte.“ Zurzeit verfügt das Kleine Zentrum lediglich über zwei Betreuer.

„Für die Personalaufstockung benötigen wir Spendengelder“, sagt Barbara Weichler. Allein die Sanierung des rund 280 Quadratmeter umfassenden Clubs hat mit 145 000 Euro zu Buche geschlagen. 40 000 Euro muss der Club noch begleichen. Dafür hat er einen zusätzlichen Zuschuss in Höhe von 20 000 bis 25 000 bei der Stadt beantragt. Sollte er auf den Kosten sitzen bleiben, müsste er im nächsten Jahr bei den Ausgaben für Personal sparen.


Spendenkonto Junularo Frankfurt e.V.: IBAN DE31 5005 0201 1247 0471 03.

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