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Franz Josef Körner inmitten seines Gartens in der Saarbrücker Straße 10.

Frankfurt-Schwanheim

Fernost im Hof

Zum Tag der offenen Gärten stellen zehn Pflanzenliebhaber die Früchte ihrer Arbeit vor. Einer der Gärten ist der von Franz Josef Körner und seinem Lebenspartner Bunlert Najamuen. Beide haben im Hof ihres Hauses ein ostasiatisches Idyll geschaffen.

Von Ferdinand Sander

Im Teich schwimmen farbige Kois, vor dem Bambushain sitzen Buddhas, japanischer Ahorn wiegt sich im Wind. Franz Josef Körner und sein Lebenspartner Bunlert Najamuen haben im Hof ihres Hauses ein ostasiatisches Idyll geschaffen. Gemeinsam mit neun weiteren Schwanheimern und Goldsteinern öffnen sie am 31 Mai zwischen 11 und 17 Uhr die Pforten zu ihren Gärten.

Körner und Najamuen sind zum ersten Mal beim Tag der offenen Gärten dabei. 2009 haben die beiden begonnen, den Garten an der Saarbrücker Straße 10 anzulegen. Für die Gartenarbeit „habe ich nicht die Hände“, sagt Körner. Deswegen habe er einen Landschaftsbauer um Hilfe gebeten. Wie der Garten aussehen soll, hat Körner aber mit Stift und Papier selbst geplant. Fernöstliche Kiefern, Findlinge in einem Kiesbett und ein Teich mit hölzernem Steg zieren den Innenhof des Jugendstilhauses. Zwischen asiatischem Blüten-Hartriegel und Bäumen stehen balinesische Prozessionsfahnen und Khmer-Skulpturen. „1969 war ich zum ersten Mal in Bangkok“, sagt Körner. „Das hat mich neugierig gemacht.“ Seitdem hat er nicht nur Thailand sondern auch Laos und Kambodscha bereist. Das sieht man dem Haus des Unternehmensberaters an. Überall sind Asiatika verteilt. Darum sei der Garten auch „eine Art Vorspiel“ zum Inneren des Hauses. Garten und Gebäude „sind ein Gesamtkonzept“, sagt Körner. Sein Lebenspartner Najamuen betreibt im selben Haus einen Massage-Salon, der zum Beispiel mit balinesischen Hochzeitsfiguren geschmückt ist.

Garten ist „ein Ruhepol“

Es sei viel Arbeit gewesen, das Haus so herzurichten, erzählt Körner. Im Inneren habe man etwa das Frankfurter Bad umgebaut und zahllose Leitungen verlegt. Und im Garten habe es nur „ein bisschen Rasen und ein paar vergammelte Büsche“ gegeben. Nun sei der Garten „ein Ruhepol“, den auch seine Mitarbeiter zu schätzen wüssten. Sie verbrächten dort gerne ihre Mittagspause. Vom Tag der offenen Gärten habe Körner lange nichts gewusst. Bis Michael Henniger vor der Tür stand und fragte, ob er mitmachen wolle.

Henniger organisiert zusammen mit Gleichgesinnten seit sechs Jahren die Gartenschau. „In England und Frankreich ist es schon lange gang und gäbe, seine Gärten zu öffnen“, sagt Henninger. In Deutschland seien sie aber meist verschlossen. Man habe testen wollen, ob sich das ändern lässt und sich in Goldstein und Schwanheim umgehört. Von Jahr zu Jahr nehmen mehr Gartenfreunde teil. „Im vergangenen Jahr haben wir in unserem Garten mehr als 180 Besucher gezählt“, sagt Henninger. san

Übersicht zu teilnehmenden Gärten: www.offene-gaerten-frankfurt.de

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