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Bis zu vier Personen dürfen auf ein Boot. Der Weiher bietet ausreichend Platz für alle zehn Tretboote.

Ferien zu Hause

Ferien zu Hause: Palmen-Gucken kann ja jeder

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In den Palmengarten locken nicht nur Pflanzen, sondern auch ein idyllischer Weiher. FR-Redakteur Steven Micksch hat sich ein Tretboot geliehen und in die Pedale getreten.

Die Narzisse gleitet an dem Johanniskraut vorbei. Wenige Meter weiter ist eine blaue Rose, etwas gemächlicher dümpelt dahinter eine gleichfarbige Mohnblume. Immer mehr von ihnen ballen sich auf der Wasseroberfläche: Vergissmeinnicht, Orchidee, Primel, Veilchen und Löwenzahn. Und obwohl sich diese Szene im Frankfurter Palmengarten abspielt, sind es keine Pflanzen, die mal in sicherer Entfernung, mal etwas knapper aneinander vorbeischwimmen. Nein, es sind blaue, rote und grüne Boote. Tretboote, um genau zu sein.

Wer denkt, Tretboote sind doch langweilig im Vergleich zu Stand-Up-Paddling, Kanufahren oder Sportbootfahren, sollte sich eines Besseren belehren lassen. Also bitte nicht an dieser Stelle aussteigen, sondern wieder hinsetzen.

Ganz klar der König (oder die Königin) auf dem Wasser: Schwäne nehmen keine Rücksicht auf die Umherfahrenden.

Es ist ein sonniger Tag in Frankfurt. Bereits am Vormittag sind die Temperaturen hoch. Jede Wasserfläche schafft da etwas Abkühlung. Und deshalb sind die zehn Tretboote des Bootsverleihs im Palmengarten alle in Benutzung. Das letzte freie mit dem Namen Johanniskraut konnte ich ergattern. Eigentlich bieten die kleinen Schiffchen Platz für bis zu vier Personen: Zwei treten und zwei genießen auf den hinteren Plätzen die Fahrt. Ich mache mich alleine auf den Weg, also kräftig in die Pedale getreten, um etwas Geschwindigkeit aufzunehmen. In der Mitte des Gefährts, wo beim Auto der Schalthebel ist, ist beim Tretboot die Steuerung des Ruders, also das Lenkrad, um im Bild zu bleiben. Drückt man den Hebel nach links, fährt man nach rechts und umgekehrt. Nach kurzer Zeit hat man sich an die umgekehrte Wirkung gewöhnt und steuert meistens zielsicher. Bei Bedarf kann man mit den Pedalen auch rückwärtsfahren – da staunt jeder Fahrradfahrer.

Und was bietet der Weiher nun so? Am Steg, wo ich einsteige, ist gleich eine Insel mit Bäumen. Fährt man hinter der Insel entlang, kann man etwas Schatten genießen. Allgemein bietet der Weiher am Vormittag besonders an den Rändern immer wieder Schutz vor der Sonne, so dass man nicht ständig der direkten Einstrahlung ausgesetzt ist.

Das nächste, das ins Auge springt, ist die große Fontäne, die fast in der Mitte des Weihers ist. Bei passendem Wind wehen ein paar Tropfen zu den Vorbeifahrenden herüber. Ganz nah an die Fontäne ran darf man aber nicht. Im Norden des Gewässers liegt eine weitere Insel, um die ich gekonnt herumschippere. Dahinter haben es sich zwei Enten bequem gemacht. Sie beachten mich nur flüchtig und widmen sich dann wieder der Pflege ihres Gefieders.

Doch apropos Fauna: Die ist es nämlich, die den Bootstrip so interessant macht. Neben den Enten gibt es noch Schwäne, die Nerven aus Stahl zu haben scheinen. Keiner von ihnen macht Anstalten etwas schneller zu schwimmen oder gar auszuweichen, als mein Boot ihren Weg kreuzt. Drei Jungs machen ebenfalls Bekanntschaft mit einem der weißen Vögel. Als der Schwan neugierig näher kommt, hauen die Jugendlichen den Rückwärtsgang und bringen lieber ein paar Meter zwischen sich und das Tier – die Schwäne sind zweifelsohne die Herrscher auf dem Weiher.

Der Autor unterwegs mit dem Johanniskraut.

Etwas freundlicher kommen dahingegen die Fische im Wasser herüber. Es sind Karpfen und im Weiher gibt es davon „jede Menge“, wie Karl-Heinz Manthey vom Bootsverleih auf Nachfrage mitteilt. Immer wieder kommen sie langsam an die Oberfläche oder es platschen mal, wenn sie schnell wieder abtauchen. Manthey erzählt auch von Schildkröten, die am Wasser leben, auch wenn ich bei meiner Fahrt keine entdecken konnte. Ab und an zwitschern zudem Vögelchen. Aber wenn krakeelende Jugendliche mit ihren Tretbooten umherbrausen, muss man schon gut die Ohren spitzen, um sie zu hören.

Bleibt abschließend noch die Fauna und das Drumherum. Was soll man sagen, an allen Ecken und Enden dominiert die Farbe Grün – Sträucher, Bäume und Blumen. Rund um den 1,20 Meter tiefen Weiher gibt es außerdem Aussichtsplattformen, Bänke und einen Spielplatz.

Einen kleinen Tipp gibt es noch: Die Sitze der Boote sind relativ hart. Eine Decke für Po oder Rücken kann das Fahren angenehmer machen.

Wer Boot fahren will, zahlt auch den Eintritt in den Palmengarten: Erwachsene sieben Euro, Kinder bis 13 Jahre zwei Euro, ermäßigt drei Euro.

Boote ausleihen

Im Palmengarten, Siesmayerstraße 61, gibt es zehn Tretboote und zehn Paddelboote.

Bootfahren kostet 4,50 Euro für einen Erwachsenen pro halbe Stunde. Jede weitere Person auf dem Boot kostet 1,50 Euro, sodass ein Tretboot mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern neun Euro pro halbe Stunde kostet.

Fahren nur Kinder bis 14 Jahre, kostet ein volles Tretboot mit vier Kindern 7,50 Euro. Zudem gibt es ermäßigte Familienkarten und Gruppenpreise.

Eine Alternative gibt es noch in Hanau. Wo die Kinzig in den Main mündet, liegt der Bootsverleih Aquafun. Tretboote für ein bis fünf Personen kosten 18 Euro pro Stunde.


Die Verlosung

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Nur der Gewinner wird benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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