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OB Peter Feldmann jubelt mit den Eintracht-Spielern, die den DFB-Pokal präsentieren.

Kolumne

Mit Frankfurts OB Peter Feldmann in der Eintracht-Kabine

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    Georg Leppert
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Ein Kinofilm zeigt: Das Stadtoberhaupt hat mit Rebic und Co gefeiert. Worüber wohl gesprochen wurde? Die FR-Glosse.

Göpfert:Und, warum gehst du heute wieder früher?

Leppert:Göpfert, gestern, das hatte dienstliche Gründe.

Göpfert:Du warst im Kino.

Leppert:Genau. Es lief der Film mit Peter Feldmann.

Es ist ja kein Geheimnis, dass Ihre Römer-Reporter der Eintracht recht nahestehen. Und deshalb, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik, war der Dienstagabend ein besonderer Abend. Wir, genauer gesagt: einer von uns, war im Kino und hat den Film „Die Rückkehr des Pokals“ gesehen. Sie wissen schon, diese filmische Hommage an die Eintracht-Helden, die am 19. Mai den DFB-Pokal gewonnen haben. Ein Meisterwerk mit großartigen Darstellern. In den Hauptrollen: Kevin-Prince Boateng, Ante Rebic, Niko Kovac – und Peter Feldmann.

Echt wahr, es gibt Spieler aus der siegreichen Mannschaft, die viel seltener im Bild sind als der Oberbürgermeister. Wir sehen Feldmann nach dem Spiel in der Kabine (er unterschreibt da einen Ball), Feldmann auf dem Weg zum Bus, Feldmann auf dem Weg zum Römer, Feldmann im Römer, wie er versucht, dem Ministerpräsidenten Volker Bouffier den Pokal zu entreißen.

Wir finden das ja gut. Ein OB muss sich mit der örtlichen Mannschaft identifizieren. Und Feldmann hat große Vorbilder. Selbstverständlich waren Bundeskanzlerin und Bundespräsident nach dem WM-Triumph 2014 in der deutschen Kabine. Und mit wem tanzte Eintracht-Star Jan-Aage Fjörtoft, kurz nachdem er das 5:1 zum Klassenerhalt geschossen hatte? Richtig, mit der damaligen Oberbürgermeisterin Petra Roth.

Wir wüssten aber natürlich gerne, was in der Kabine besprochen wurde. Erfahren wir nur nicht. Aber wir spekulieren mal … 29. Mai 2019, Baku (Aserbaidschan): Gerade hat Eintracht Frankfurt das Europacup-Finale gewonnen. Der OB kommt in die Kabine.

Sebastien Haller: „Monsieur maire, le sport est toute ma joie …“

Peter Feldmann: „Moment.“ Macht auf seinem Handy das Lied der Frankfurter Sängerin Namika an: „Je ne parle pas français, aber bitte red’ weiter, alles was du so erzählst, hört sich irgendwie nice an …“

Kevin Trapp: „Hören Sie mal, wo Sie gerade da sind, meine Frau und ich, wir schenken dieser Stadt nur dann kleine Supermodel-Torhüter, wenn die Kinderkrippen kostenlos werden.“

Feldmann: „Da bin ich dran, aber Ihre Kinder können jetzt bald umsonst in die Museen, sofern Ihr Einkommen in der gesamten Familie unter 4500 Euro netto liegt …“ Schallendes Gelächter in der gesamten Kabine.

Marco Russ: „Ey, du im Anzug, sing mal ein Fan-Lied.“

Feldmann: „Ob Lyon, Birmingham oder Kairo, Philadelphia, Tel Aviv oder Mai-ai-ai-land, ob mit Bus oder Bahn oder Flugzeug, scheißegal, unsere Stadt Frankfurt ist international.“

David Abraham: „Estas cantando mal.“

Feldmann: „Bitte?“

Abraham: „Du singst das Lied völlig falsch.“

Feldmann: „Aber das sind unsere Partnerstädte.“

Die Eintracht-Chefs Fredi Bobic und Axel Hellmann halten Feldmann einen Ball zum Unterschreiben hin. Was Feldmann übersieht: Auf dem Ball steht auch „Stadionmiete künftig null Euro“.

Claus-Jürgen Göpfert und Georg Leppertberichten für die Frankfurter Rundschau aus dem Römer.

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