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Feinstaubnebel durch Feuerwerk

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Von: Thomas Schmid

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Nicht überraschend: Böller, Knaller und Raketen lassen die Zahl der Feinstaubpartikel in die Höhe schnellen.
Nicht überraschend: Böller, Knaller und Raketen lassen die Zahl der Feinstaubpartikel in die Höhe schnellen. © Rolf Oeser

An vier Stationen wird in Frankfurt die Luftbelastung gemessen. Die Partikelwerte steigen zum Jahreswechsel stark an, fallen dann aber auch schnell wieder.

Rauchschwaden zogen in der Silvesternacht durch die Straßen, ein Nebel aus verbranntem Schießpulver, Salzen und Verbrennungsstaub. Auch der Feinstaub ist in der Silvesternacht erwartungsgemäß stark in die Höhe gegangen.

In Frankfurt gibt es vier Luftmessstationen: in der Friedberger Landstraße, in Höchst, in Frankfurt-Ost und in Schwanheim. Die Messwerte der beiden letztgenannten sind wenig aussagekräftig, da sie eher Hintergrundmessungen vornehmen. Die Luftbelastung der Silvesternacht kam bei ihnen verzögert und stark verdünnt an.

Die Messstellen in der Friedberger Landstraße und in Höchst waren hingegen mitten im Geschehen. Sie messen Staub in einer Größe kleiner als zehn Mikrometern und kleiner als 2,5 Mikrometern (PM10; PM2,5). Bei PM10 sind laut Umweltbundesamt die Jahresmittelwerte auf unter 20 Mikrogramm pro Kubikmeter abgesunken (µg/m³).

An der Messstation in der Friedberger Landstraße stieg der Feinstaub Partikelgröße 2,5 Mikrometer an Silvester auf 26,6 µg/m³ um Mitternacht. Eine halbe Stunde später, um 0.30 Uhr, betrug der Wert 479,5 µg/m³ – 19 Mal so viel. Der eigentliche Spitzenwert wurde nicht aufgezeichnet. Um 0.30 Uhr waren die Werte schon wieder dabei zu sinken (Quelle: https://www.hlnug.de/ messwerte/datenportal/messstelle/2/1/0715/).

Um ein Uhr wurden an der Friedberger knapp 300 µg/m³ gemessen, eine halbe Stunde später nur noch rund 100. Gegen 7 Uhr morgens lag der Feinstaub PM2,5 wieder bei nur 15 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft.

Der Feinstaub mit bis zu zehn Mikrometer Korngröße stieg ebenso drastisch in der letzten Stunde vor Mitternacht auf 37,9 – um 0.30 Uhr lag der Wert beim 15-fachen, bei 561 µg/m³, fiel dann aber steil ab. Um 1.30 Uhr waren nur noch 137 µg/m³ zu messen.

An der Friedberger Landstraße werden auch die Stickoxidwerte gemessen. Sie stiegen im Lauf des Tages relativ gleichmäßig an von 10 auf 36 µg/m³. Eine halbe Stunde später lagen sie bei knapp 50, Tendenz sinkend. Schwankungen, die ohnehin auftreten, überlagerten das Silvesterfeuerwerk. So stieg das Stickoxid am Abend des 1. Januar wieder an auf knapp 60 µg/m³.

Der Feinstaubanstieg in der Silvesternacht ist viel deutlicher. Eine ähnliche Kurve wie an der Friedberger Landstraße zeigt sich auch am Bahnhof in Höchst, wo die zweite Messstation steht. Hier lag die Spitze der Belastung ebenfalls zwischen Mitternacht und 0.30 Uhr. Um 0.30 Uhr wurden beim PM2,5 220 µg/m³ gemessen, beim PM10 254 µg/m³. Kurze Zeit später war alles wieder normal. Ob die Belastung mit Böllerstaub unnötig war oder nicht: Klar ist, der Unterschied zum Vorjahr ist deutlich erkennbar. Als im vergangenen Jahr der Verkauf von Feuerwerk verboten war, wurde an der markantesten Messstelle in der Friedberger Landstraße um 0.30 Uhr ein PM2,5-Wert von lediglich 26 µg/m³ registriert. PM10 lag mit rund 30 µg/m³ kurz nach Mitternacht rund halb so hoch wie 20 Stunden später vor einem Jahr, um 20 Uhr des 1. Januar 2022. Also: Die Staubbelastung durch Böller war so gering, dass sie in den ohnehin auftretenden täglichen Schwankungen nicht aufgefallen ist. Ähnlich sehen die Vorjahreswerte in Höchst aus. Hier lag die Belastung mit PM2,5 um 0.30 Uhr bei etwas über 50 µg/m³, ein Viertel des Werts diesen Jahres, bei PM10 wurden knapp 70 µg/m³ gemessen, ein Drittel des Böllerstaubs von Sonntagnacht.

Die anderen beiden Messstellen registrierten die Luftbelastung später: In Frankfurt-Ost wurde der Höchstwert an PM10 (knapp über 40 µg/m³) zwischen 3 und 4 Uhr gemessen, in Schwanheim kamen die Rauchschwaden erst gegen 5 Uhr morgens an.

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