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Die Frage ist, wie viel Ultrafeinstaub kommt von den Flugzeugen am Boden an.

Sachsenhausen

Frankfurt - Sachsenhausen: Dem Feinstaub auf der Spur

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Die Bürgerinitiative Sachsenhausen glaubt den Beweis gefunden zu haben, dass Flugzeuge die Belastung am Boden unmittelbar erhöhen.

Bislang galt nur als sicher, dass der Verkehr auf dem Boden des Frankfurter Flughafens die Belastung mit winzig kleinen Ultrafeinstaubpartikeln erhöht. Durch eine Messstation in Schwanheim wurde nachgewiesen, dass dort, wenn der Wind aus Richtung Airport bläst, die Werte deutlich zunehmen. Nach wie vor umstritten aber ist, ob auch die Flugzeuge in der Luft, etwa beim Landen, die Belastung mit Ultrafeinstaub erhöhen. Die Bürgerinitiative Sachsenhausen glaubt jetzt, die Antwort gefunden zu haben: Es sei erwiesen, dass Flugzeuge in der Anflugschneise auf die Nordwestbahn die Belastung am Boden erhöhen – so BI-Sprecher Wolfgang Heubner im Gespräch mit der FR.

Heubner beruft sich auf Messungen an der Martin-Buber-Schule. Es lasse sich belegen, dass Fluglärm und Feinstaubbelastung in einer eindeutigen Beziehung zueinander stehen: Immer dann, wenn die Dezibel-Ausschläge nach oben schnellten, hätten dies die Feinstaubwerte auch getan. Und zwar so sehr, dass das „grottenschlecht“ für die Menschen sei. Leider werde die Belastung durch sogenannte Überflüge immer wieder totgeschwiegen, bedauerte Heubner. Nicht nur die Menschen in Sachsenhausen, sondern „das gesamte Rhein-Main-Gebiet“ werde durch den Luftverkehr belastet.

Die Aufzeichnungen an der Martin-Buber-Schule sind ausgerechnet am 1. Januar 2019 entstanden. Das sei ein ganz schlechtes Datum für Messungen, sagt Janine Steinkrüger vom Umweltdezernat auf Anfrage. Durch die „Silvesterknallerei“ sei an diesem Tag und zwar auch noch in den Nachmittagsstunden besonders viel Feinstaub unterwegs. Die Bürgerinitiative hatte vor allem den Zeitraum von 14 bis 18 Uhr unter die Lupe genommen. Ursprünglich waren zwei Messstationen für Ultrafeinstaubpartikel von der Fluglärmschutzbeauftragten Ursula Fechter bestellt worden. Fechter ist seit vielen Jahren in der Bürgerinitiative aktiv, die sich gegen den Flughafenausbau zur Wehr setzt. Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) hatte allerdings schnell die Zuständigkeit für ihr Dezernat beansprucht. „Die Zuständigkeit für die Luftreinhaltung liegt beim Umweltamt“, betont Steinkrüger.

Die Erforschung des Ultrafeinstaubs stecke noch „in den Kinderschuhen“. Es gebe es noch keine Grenzwerte, die „Methodik der Messungen“ sei noch nicht ausgereift. Es werde allgemein davon ausgegangen, dass Ultrafeinstaubpartikel die Gesundheit schädigen können. „Sehr diffizil“ aber sei die Standortfrage. Um etwa Flugzeuge als Schadstoffquelle identifizieren zu können, müssten andere Schadstofferzeuger weitgehend ausgeschlossen werden. So gilt die Martin-Buber-Schule nicht als ein idealer Standort, weil sich in der unmittelbarer Nähe eine große Pelletheizung und eine Küchenabluftanlage befinden.

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