Gesundheit

Feinstaub-Alarm in der Hauptwache in Frankfurt

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Fahrgäste atmen in U-Bahn-Stationen und Zügen große Mengen an Feinstaub ein. Die Konzentration überschreitet den Grenzwert um ein Vielfaches.

In der U-Bahn-Station Hauptwache hat die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) 172 Mikrogramm Feinstaub (PM10) pro Kubikmeter Luft gemessen. Der EU-Grenzwert liegt bei 50 Mikrogramm, die an maximal 35 Tagen im Jahr überschritten werden dürfen.

Vielfach überhöhte Werte liegen auch für die kleineren, lungenschädlichen Feinstaubpartikel PM 2,5 vor. Gemessen wurden 126 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Der Zielwert liegt bei 25 Mikrogramm - eine Überschreitung um das Fünffache. Die Messung fand im September 2018 auf dem Bahnsteig der Linien U6 und U7 statt, wie erst jetzt durch einen Magistratsbericht bekannt wurde.

Darin heißt es, die Studiengesellschaft für Tunnel und Verkehrsanlagen (Stuva) habe die Feinstaubbelastung in unterirdischen Verkehrsanlagen im Auftrag der VGF beurteilt. Sie komme zu dem Schluss, dass das Bundes-Immissionsschutzgesetz und weitere Richtlinien bei „unterirdischen Verkehrsanlagen“ keine Anwendung finde.

Laut Stuva ist die Feinstaubbelastung in unterirdischen Verkehrsanlagen im Mittel zwei bis sechsmal höher als an der Außenluft. In Zügen sei die Feinstaubbelastung um 30 bis 50 Prozent geringer als in den Stationen - aber immer noch höher als die Grenz- und Richtwerte, welche an der Außenluft gelten. Besonders hoch sei der Eisenanteil aus dem Rad-Schiene-System, wobei die gesundheitlichen Auswirkungen unklar seien. Die VGF konzipiert derzeit mit einer Firma eine mobile Trockenreinigungsanlage, die auf Schienentransportwagen montiert werden kann. Diese könnten, weil sie langsam seien, nur in den Betriebspausen fahren.

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