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Glaskunst von Leo Streukens aus Karben beim Frankfurter Herbstmarkt. Foto: Rolf Oeser
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Glaskunst von Leo Streukens aus Karben beim Frankfurter Herbstmarkt.

Hilfe für MS-Kranke

Feines Handwerk, aber weniger Andrang bei Frankfurter Herbstmarkt

  • Clemens Dörrenberg
    VonClemens Dörrenberg
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Der Herbstmarkt öffnet nach einer erzwungenen Corona-Pause wieder im Dominikanerkloster - die Einnahmen kommen MS-Kranken zugute.

Den Pinsel nur in Wasser getunkt, zieht Jürgen Körbl am Sonntag beim 32. Herbstmarkt im Dominikanerkloster Schwünge über den Zeichenblock vor ihm. Erst als der 61-Jährige ein Pulver aus getrockneten Aquarellfarben darüber streut, das auf dem feuchten Papier haftet, ist zu erkennen, was der Hobby-Kalligraf geschrieben hat. „Der Reiz der Kalligrafie ist das Werkzeug“, sagt der Pensionär. Das Aquarell-Pulver habe er seiner Frau Ilse Körbl stibitzt, berichtet diese. Gemeinsam hat das Paar aus Bruchköbel Büchlein, Bilder und Faltkarten gestaltet, die es auf dem Herbstmarkt verkauft. Sie hat Aquarelle beigesteuert, er Texte dazu kalligrafiert.

Hilde Stafford ist wie andere Besuchende stehen geblieben, hat fasziniert zugeschaut und ist mit den Körbls ins Gespräch gekommen. „Hochinteressant und wunderschön“, findet die 64-jährige Eschersheimerin die Werke. Ein Bild habe sie auch gekauft. Zu den Oster- und Herbstmärkten im Kloster an der Ecke Kurt-Schumacher-/Battonstraße, die es seit mehr als drei Jahrzehnten gibt, komme sie „eigentlich immer“. Nur zuletzt nicht, weil aufgrund der Corona-Pandemie der vorherige Herbst- sowie zwei Ostermärkte ausfallen mussten. Dieses Mal ist der Einlass mit 2G, also geimpft oder genesen, geregelt. „Was Sie hier bekommen, können Sie nicht im Laden kaufen und alles ist mit so einer Freude und Seele selbst gemacht“, sagt Stafford.

Von Glaskunst über Keramik, Marmeladen und Suppen, Seiden- und Porzellanmalerei, Laubsägearbeiten, Kerzen, Stickerei und Holzspielzeug, Stofftieren sowie Floristik bis hin zu Schmuck reicht das Angebot. An vielen der 42 Stände kann den Aussteller:innen zugeschaut und Handarbeit bestaunt werden, so etwa beim Klöppeln, wo eine Frau Spitzendeckchen herstellt. Eine andere bemalt an ihrem Stand mit Weihnachtsschmuck Christbaumkugeln, und gegenüber sitzt eine Frau an einem Webstuhl und webt Schals und Tücher.

Auffallend ist, dass es im Gegensatz zu den vorangegangenen Jahren viel weniger Andrang gibt und fast ein Drittel weniger Stände. „In normalen Zeiten hatten wir mehr Besucher“, sagt Ingrid Bauer. Die ehrenamtliche Organisatorin fügt hinzu: „Wir sind aber auch mit weniger zufrieden und froh, überhaupt wieder öffnen zu können“. Der Erlös aus Eintritt und Standmieten, der komplett an die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft gespendet wird, falle zwar geringer aus. Es gebe jedoch auch Vorteile: „Die Aussteller können besser erklären, wie sie was machen“, sagt Bauer. Außerdem werde „sehr gut gekauft“, habe sie sich berichten lassen.

Auch bei Tanja Bothe, die zum ersten Mal mit ihrem Besteck dabei ist, läuft das Geschäft. Die 51-jährige Groß-Gerauerin hat Gabeln und Löffel mit Motiven aus Fimo-Knete verschönert und im Backofen aushärten lassen. Zwei Frauen suchen sich gerade Löffel mit einem Einhorn, einem Hund und einem Bagger aus. „Goldig“, sagt die eine zu ihrer Begleiterin und weiter: „Der Dino ist auch süß, aber du kennst deine Enkel am besten.“ Bothe sagt: „Es ist ein sehr herzlicher Markt“. Und die Kundschaft erfährt viel über die angebotenen Produkte.

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