Spaß an der Farbmischschleudermaschine am Stand der Erweiterten schulischen Betreuung der Schwarzburgschule.

Stadtteilfest

Frankfurt-Nordend: Glauburgfest im Schatten des Bunkers

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Bunte Vielfalt auf dem 25. Glauburgfest. Bürgerinitiative sammelt Stimmen gegen den Abriss des Hochbunkers.

Während Posaunist Felix Grewer allen Atem zusammennimmt, um dem Sound der Rolling Allenstones Leben einzuhauchen, geraten etliche Jugendliche auf dem nahen Bolzplatz außer Puste. Sie verausgaben sich wie die Tanzenden vor der Bühne. Allerdings nicht aus Lust an der Freude, sondern um beim Fußballturnier vom Verein Makkabi gut abzuliefern.

Das 25. Glauburgfest des Vereinsrings Nordend ist so vielfältig wie der Stadtteil. Der Verein Futterkreis klärt über solidarische Landwirtschaft auf, Kinder malen mit Kreide auf der Straße oder mit Farbe auf Leinwänden. Im Hintergrund ragt der Glauburgbunker in die Höhe. Die Bagger und Kräne, die hier im Herbst mit dem Abriss des Gebäudes beginnen könnten, fehlen noch. Im Vergleich zum belebten Platz sieht das massive und ungenutzte Gebäude trostlos aus.

An einem Stand steht Reinhard Sailer von der Bürgerinitiative Glauburg und sammelt Unterschriften zum Erhalt des Bunkers. Die Initiative fordert, den Koloss zu einem Stadtteilzentrum auszubauen. Ein Investor hatte das Gebäude mit dem Ziel gekauft dort 43 Wohnungen, Raum für kulturelle Nutzung und ein Café zu errichten (FR berichtete). „In den letzten zwei Stunden kamen 50 Unterschriften hinzu.“ Rund 2850 von 4000 Unterstützenden hat die Initiative nun bereits zusammengetragen. In 70 Tagen soll die Sammlung an den Magistrat überreicht werden.

Obwohl das soziale Engagement im Nordend wächst, gibt es dort kein Bürgerhaus oder Stadtteilzentrum. Das solche dringend benötigt werden, zeigt das Glauburgfest. „Das Fest wächst“, erklärt Rüdiger Koch, Vorsitzender des Vereinsrings. Mit 26 Vereinen und zahlreichen Helfenden sei die Beteiligung doppelt so groß wie im Vorjahr. Der Vereinsring ist inzwischen auf 40 Organisationen angewachsen. „Das Interesse, den eigenen Lebensmittelpunkt zu gestalten, steigt“, sagt Koch. Für viele im Stadtteil ist daher die Zukunft des Hochbunkers wichtig.

Rüdiger Koch glaubt aber nicht an einen Erhalt des Glauburgbunkers: „Einerseits fehlt dafür ein finanzieller Träger, andererseits machen die Brandschutzauflagen eine weitere Nutzung unwirtschaftlich.“ Er setzt auf die Festschreibung einer kulturellen Nutzung im Grundbuch. Der Investor hatte in Aussicht gestellt, das Erdgeschoss eine möglichen Neubaus mit rund 600 Quadratmetern für soziale und kulturelle Nutzung anzubieten. Die Mieten belaufen sich hier auf 10 Euro pro Quadratmeter.

Gerade Initiativen und Vereine könnten sich eine solche Miete aber nicht leisten. „Daher finden wir es wichtig, dass die Stadt aktiv wird und die Räume anmietet“, sagt Koch. Es müsste auch eine halbe Stelle geschaffen werden um die Fläche zu bespielen. Ein bunter Ort der Begegnung wäre der Glauburgplatz dann nicht nur während des Sommerfestes sondern das ganze Jahr über.

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