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In diesem Jahr findet der Mark auf dem Linnéplatz statt – wie hier auf dem Foto von 2014. 

Fechenheim

Fechenheimer Weihnachtsmarkt vor dem Aus

Stadt kürzt Zuschuss für das Bühnenprogramm. In diesem Jahr ist das Fest noch sicher.

Die gute Nachricht vorweg: Auch 2019 wird es einen Fechenheimer Weihnachtsmarkt geben. Der Nikolaus wird braven Kindern Süßes schenken, die Vereine können sich am Burglehen präsentieren. Doch hinter der Kulisse macht sich das „Team Weihnachtsmarkt“ Sorgen um die Finanzierung. Zuschüsse von Sozialamt und Quartiersmanagement für das Bühnenprogramm wurden stark gekürzt.

„Die Bühne ist das Herzstück“, sagte Frank Rotter vom Veranstalter PolymerFM in der Ortsbeiratssitzung am Montag. Auf dieser präsentierten Schüler Einstudiertes, werde ein umfangreiches musikalisches und kulturelles Programm angeboten. „Wenn dieser zentrale Punkt wegfällt, haben wir berechtigt Angst, dass der Weihnachtsmarkt nicht mehr attraktiv ist.“ Zur Sicherheit wolle man beim Aufbau auch nicht an Profis sparen.

Es sei „unstrittig“, so Stefan Klee (Linke), dass die Bühne bleiben muss. „Keiner will den Weihnachtsmarkt scheitern sehen.“ Darin stimmten alle Ortsbeiräte überein und sagten eine einmalige Finanzspritze zu – für 2019. „Kurzfristig ist das möglich, aber dauerhaft geht das nicht“, stellte Ortsvorsteher Werner Skrypalle (SPD) klar. Es gebe noch andere Stadtteile und andere Feste im Ortsbezirk.

Bis zu 18 000 Euro fallen für das dreitägige Weihnachtsfest an. Standmieten, Gewerbeverein und Fechenheimer Vereine tragen den Großteil. „Sie haben in diesem Jahr schon viel getan, um die Lücke zu schließen“, sagte CDU-Mitglied und Beirat des Arbeitskreises der Fechenheimer Vereine, Benjamin Wiewiorra. Er befand, man müsse Druck auf das Quartiersmanagement ausüben.

Bis 2017 hat das Sozialamt bis zu 4500 Euro beigesteuert. „Mit der Einrichtung des Quartiersmanagements wurde ihm die Finanzierungsaufgabe übertragen“, erklärt Manuela Skotnik vom Sozialdezernat auf Anfrage. Der Antrag müsse dort gestellt werden.

„Uns wurde letztes Jahr schon gesagt, dass in Zukunft weniger Geld für den Weihnachtsmarkt da sein wird“, berichtete Sabine Lauer von der Weihnachtsmarkt-AG. Deshalb habe man von vornherein nur 1500 Euro beantragt. Erst vor kurzem gab es dafür eine Absage. „500 Euro wurden bewilligt – mit der Aussicht, nächstes Jahr seien auch diese nicht sicher.“

2018 habe man einen Sonderzuschuss von 1500 Euro genehmigt, sagt Skotnik. „Ein solcher Antrag ist dieses Jahr noch nicht eingegangen.“ Er müsse jährlich neu gestellt werden. Das Dezernat zeigte sich zuversichtlich, dass die Lücke von 1000 Euro geschlossen werden könne. Dennoch sei es Aufgabe des Quartiersmanagement, neue Ideen im Stadtteil zu fördern.

„Wir wünschen uns Klarheit“, sagte Rotter. Sein Plädoyer, „bestehende, gute Sachen im Stadtteil, die die Gemeinschaft fördern, hochzuhalten und weiterlaufen zu lassen“, stieß auf Zustimmung. Ein Antrag der CDU, in dem das Sozialamt auffordert wird, den Markt in gewohnter Höhe aus dem Programm Aktive Nachbarschaft zu bezuschussen, wurde vom Ortsbeirat einstimmig verabschiedet. Genauso wurde beschlossen, die Weihnachtsbeleuchtung in allen drei Stadtteilen zu bezuschussen.

Der Fechenheimer Weihnachtsmarkt findet vom 6. bis 8. Dezember statt. Stände und Bühne am Burglehen und in der Ankergasse werden von 15 bis 21 Uhr bespielt. Sonntags bis 19 Uhr.

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