1. Startseite
  2. Frankfurt

Fechenheimer Wald: Rodung wohl erst nach dem 9. Januar

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Florian Leclerc

Kommentare

Mit Baumhäusern und weiteren Hindernissen wollen die Waldbesetzer:innen eine Rodung im Fechenheimer Wald verzögern. Foto: Michael Schick
Mit Baumhäusern und weiteren Hindernissen wollen die Waldbesetzer:innen eine Rodung im Fechenheimer Wald verzögern. Foto: Michael Schick © Michael Schick

Die Frankfurter Polizei lädt zu einer Info-Veranstaltung über den Fechenheimer Wald ins Präsidium ein.

Die Rodung von Teilen des Fechenheimer Walds, um zwei Baustraßen für den Ausbau der Autobahn 66 herzustellen, ist voraussichtlich für die Zeit nach dem 9. Januar geplant. Die Frankfurter Polizei lädt an diesem Tag zu einer Informationsveranstaltung ins Präsidium ein, um die verschiedenen Parteien miteinander ins Gespräch zubringen.

Eingeladen sind Vertreter:innen der Stadt Frankfurt, der zuständigen Ortsbeiräte, der Autobahngesellschaft des Bundes sowie der Waldbesetzer:innen. Die Autobahngesellschaft nannte auf Nachfrage keinen genauen Termin für den Beginn der Baumfällarbeiten. Sie sprach lediglich davon, die Rodung werde bis Ende Februar 2023 abgeschlossen sein.

Nur Teil-Rodung bis Ende Februar

Allerdings wird die betroffene Fläche zunächst kleiner sein als 2,7 Hektar. Die Autobahngesellschaft hat angekündigt, die Lage der beiden Baustraßen so zu verändern, dass ein möglicher Bestand des geschützten Holzkäfers Heldbock nicht gefährdet wird. „Für die Herstellung der Baustraßen werden also keine Bäume gefällt, die für den Käfer als Lebensraum geeignet sind.“

Nachdem ein Weibchen der Käferart am 22. Juli bei der Eiablage gefilmt worden war, ließ die Autobahngesellschaft das Vorkommen der Population in Gutachten untersuchen. 1267 Eichen im Fechenheimer Wald, in denen der Käfer leben könnte, wurden kartografiert. 47 Eichen liegen innerhalb des planfestgestellten Rodungsgebiets. Davon sind acht Bäume in der Kategorie eins, wo der Heldbock entweder nachgewiesen ist oder zumindest ein hinreichender Verdacht auf Besiedlung besteht, etwa wegen Schlupflöchern, Bohrmehl oder anderen Hinweisen auf verpuppte Tiere. Zu dieser Kategorie zählt auch der Baum, an dem die Eiablage gefilmt wurde.

Laut Gutachter ist im Laufe des Jahres 2023, allerdings nicht mehr in diesem Winter, eine erneute detaillierte Begutachtung aller Bäume der Kategorie eins nötig sowie die gezielte Suche nach dem Käfer im gesamten Fechenheimer Wald. Erst danach könne der zweite Teil der Rodung stattfinden.

RP Darmstadt hat keine Einwände

Das Regierungspräsidium Darmstadt (RP) teilte nach einer Prüfung des Gutachtens mit, die bei ihm angesiedelte Obere Naturschutzbehörde schließe Umweltschäden aus. Durch die Verlegung der Baustraßen würden „artenschutzrechtliche Konflikte vermieden“.

Die Bürgervereinigung Nordend bat unterdessen in mehreren Schreiben an Bund, Land und Stadt, die vorgesehene Rodung weiter zu verschieben. Zunächst müssten Fragen zu Lärm-, Natur- und Klimaschutz sowie zur Finanzierung geklärt werden, sagte der Sprecher, Friedhelm Ardelt-Theeck.

Am Sonntag, 25. Dezember, laden mehrere Initiativen von 14 Uhr an zu einem Spaziergang in den Fechenheimer Wald ein, Treffpunkt: Haltestelle Kruppstraße. Zu Gast ist die Klimaforscherin Heike Hübener von Scientists for Future Mainz.

Auch interessant

Kommentare