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Die Straßenbahn-Linie 12 fährt von Fechenheim nach Schwanheim.

Fechenheim

Fechenheimer sind gegen die Verlegung der Linie 12

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Straßenbahn soll nicht Richtung Ostend abbiegen, findet der Ortsbeirat 11. Ihre Kollegen aus dem Ortsbeirat 4 hatten das gefordert.

Ein Beschluss im Ortsbeirat 4 sorgt im Ortsbeirat 11 für Entsetzen und Verärgerung. In Bornheim wurde in der vergangenen Woche einstimmig dafür gestimmt, die Linienführung der Straßenbahnlinie 12 so zu verändern, dass diese statt östlich nach Fechenheim Richtung Westen ins Ostend abbiegt.

Joachim Werner vom Verein Zukunft Fechenheim meldete sich in der Bürgerfragestunde des Ortsbeirats 11 zu Wort und zeigte sich besorgt darüber, solle die Straßenbahnlinie tatsächlich „von Bornheim weggenommen“ werden. „Unser Stadtteil ist sowieso nicht sehr gut angeschlossen. Bis die nordmainische S-Bahn kommt werden noch Jahre vergehen“, argumentierte er die gewohnte Linienführung zwischen Schwanheim über Niederrad, Innenstadt, Bornheim nach Fechenheim beizubehalten. Um die Pendlerzahlen und die Luftbelastung im Frankfurter Osten zu reduzieren, sei ein Ausbau und kein Rückbau des öffentlichen Nahverkehrs nötig. Dort stieß er auf offene Ohren.

„Auch wir haben die Entscheidung mir Entsetzen zur Kenntnis genommen“, sagte Susanna Bornmann (SPD). Die Grünen im Ortsbeirat 11, deren Parteikollegen den Antrag gestellt hatten, sprachen sich ebenfalls gegen die Umsetzung aus. Eigentlich wolle man das Gegenteil erreichen. Erst vor wenigen Monaten war deren Antrag, die Linie bis zur Endhaltestelle Schießhüttenstraße zu führen, vom Magistrat zurückgewiesen worden. Es gab sogar den Wunsch die Linienführung über die Starkenburger Straße zur Carl-Ulrich-Brücke nach Offenbach zu verlängern. „Die Einwohnerzahl steigt und die Industrie wächst, eine Verlängerung der Linie 12 ist längst überfällig“, schlussfolgert Thomas Dorn (Grüne).

Anders sahen das die Ortsbeiräte in Bornheim. Weil Neckermann insolvent ist und ihre Mitarbeiter nicht mehr nach Fechenheim pendeln, sehen sie keine Notwendigkeit mehr für die Linie, die nur wenig genutzt würde. Das Gebiet werde von der Tramlinie 11 abgedeckt. Stattdessen wollen sie den „blinden Fleck“ schließen und den Bornheimern eine bessere Anbindung an Ostbahnhof und ins Ostend ermöglichen. Würde dies umgesetzt, müssten Fechenheimer über Enkheim oder die Stadtmitte nach Bornheim pendeln.

Da der Magistrat die verabschiedete Vorlage ohnehin zuerst dem Ortsbeirat 11 zur Abstimmung übermitteln würde, schlug Ortsbeirat Benjamin Wiewiorra (CDU) vor, abzuwarten und dann gegebenenfalls abzulehnen. Thomas Dorn hingegen wollte dem in der kommenden Sitzung einen Antrag entgegenstellen, um sich aktiv dagegen auszusprechen.

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