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Die Brücke ist dicht, da sie einsturzgefährdet ist. 

Fechenheim

Fechenheim: Stadt will Cassellabrücke bis 2024 ersetzen

Die marode Verbindungsachse über der Hanauer Landstraße bleibtjahrelang gesperrt. Das Amt für Straßenbau und Erschließung möchte das Bauwerk abreißen.

Die Cassellabrücke soll neu errichtet und 2024 wiedereröffnet werden. Das wurde beim Rundgang der CDU-Fraktion im Römer durch Fechenheim den anwesenden Bürgern mitgeteilt. Der Bauzaun vor der seit mehreren Monaten gesperrten Cassellabrücke – erste Station bei der Tour zu Fechenheims Orten im Wandel – war am Montag Nachmittag gut besucht. Die Fußgängerbrücke über das Werksgelände der Cassella AG gilt seit einigen Monaten als einsturzgefährdet. Sie darf daher nicht betreten werden. Die Sperrung ist für viele Menschen ein zeitraubendes Ärgernis.

Seit 1964 diente die Brücke Bewohnern von Max-Eyth- und Leo-Gans-Straße, Am Rütschlehen und der Jakobsbrunnenstraße als direkter Weg auf die Hanauer Landstraße, wo Straßenbahnhaltestelle, Schulen und Supermarkt liegen. Auch wenn die Verbindung auf Google noch angegeben wird, muss schon seit Monaten ein Umweg über die Ernst-Heinkel-Straße zurückgelegt werden – pro Strecke ein halber Kilometer mehr. Im Alltag zeitintensiv, ärgern sich viele Fechenheimer. Für Kinder, die die Konrad-Haenisch-Schule oder die Freie Christliche Schule in Fechenheim-Nord besuchen, sei der Weg an den großen Straßen entlang auch gefährlicher, bemängeln Eltern immer wieder.

Die Notwendigkeit wurde erkannt. Man würde in alle Richtungen prüfen, sagte Leiterin des Amts für Straßenbau und Erschließung (ASE), Michaela Kraft, direkt nach der plötzlichen Schließung. „Bei einer barrierefreien Gestaltung könnte ein Abriss und ein Neubau günstiger als eine Instandsetzung sein.“

Künftig barrierefrei

Für diese Variante hat das ASE sich nach der Prüfung nun entschieden. Eine Wiedereröffnung sei bis 2024 möglich, heißt es, die Kosten sollen im niedrigen zweistelligen Millionenbereich liegen. Eine Bestätigung vom ASE konnte bis Redaktionsschluss nicht eingeholt werden. „Fünf Jahre sind natürlich eine lange Zeit“, sagte Ortsbeirat Benjamin Wiewiorra (CDU). „Aber es ist ein gutes Zeichen, dass sie neu gemacht wird. Immerhin.“

Da das Bauwerk bisher nur mit Treppen ausgestattet und somit für Rollstuhlfahrer und Radfahrer nicht nutzbar war, soll es zukünftig barrierefrei gestaltet werden. Außerdem wird die Brücke, von der es oft heißt, sie sei die längste Fußgängerbrücke Europas, noch länger. Da auf gleicher Höhe eine S-Bahnstation für die geplante Nordmainischen S-Bahn entstehen soll, sei es einfacher, die Brücke über die Cassellastraße zu verlängern und sie dort direkt mit der neuen Station zu verbinden. „Dann spart man sich das Treppauf, Treppab und wieder hoch“, sagt Wiewiorra, weswegen sich der Ortsbeirat 11 schon in der Vergangenheit für diese Lösung eingesetzt hat.

Bis 2024 müssen sich die Leidtragenden der Sperrung womöglich gedulden. Zuletzt setzte sich der Ortsbeirat mit einem Antrag dafür ein, eine kurzfristige Übergangslösung zu finden. Von einer unwahrscheinlichen Öffnung des darunterliegenden Wegs war die Rede, ebenso die Brücke – bis der Ersatz kommt – mit weiteren Stützen über die Zeit zu retten.

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